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Englischsprachige Referenz mit einer vollständigen Sammlung von sprachlichen Besonderheiten im Usenet: http://www.jargon.org.

31337
(sprich "eleet") ist eine besonders c00le bzw. kewle Schreibweise des Wortes elite. Zahlen werden wie ählich aussehende Buchstaben gebraucht. Elite oder Varianten davon tauchen häufig auf und sind immer ironisch gemeint - je weniger sie gültigen Rechtschreibregeln entsprechen, desto mehr.

404
Ursprung: Die HTTP-Fehlermeldung "file not found on server", bzw. "Datei nicht gefunden". Steht für "ich weiß nicht, was Du meinst", "keine Ahnung" oder "kann die Vernunft in Deiner Aussage nicht finden".

42
ist die Antwort auf das Leben, das Universum und den ganzen Rest. Der Supercomputer namens Deep Thought arbeitete 7,5 Millionen Jahre an diesem Ergebnis. Stammt aus der Romanserie Per Anhalter durch die Galaxis (Hitchhiker's Guide to the Galaxy) von Douglas Adams. Ist im Usenet Kult, Zitate daraus tauchen öfters auf.

47
ist eine Zahl, die aus unerfindlichen Gründen häufig in der Fernsehserie StarTrek vorkommt. Wird sie in einer Korrespondenz irgendwo erwähnt, ist das fast immer eine Anspielung auf die Serie.

/dev/null
steht für Device (etwa: Gerät) "Null" = elektronische Mülleimer, steht für "löschen" im Betriebssystem Unix. Ist das imaginäre schwarze Loch, in das unerwünschte Äußerungen geschickt werden.

Avatar
Der Begriff ist ein Wort aus dem Sanskrit und gehört zur hinduistischen Mythologie. Er bezeichet den irdischen/menschlichen/tierischen Körper, den sich ein nur auf geistiger Ebene existenter Gott gibt (weibliche Form: Avatara). Im digitalen Zeitalter ist ein Avatar der virtuelle Spiegel einer Persönlichkeit und wurde von dem Autor Neal Stephenson in seinem Roman "Snow Crash" so eingeführt. Meistens wird eine tendenziell menschliche Figur im Comic-Stil benutzt, aber auch alle möglichen Tiere und Gegenstände; häufig verfremdet. In den Datennetzen tauchte der Begriff zuerst in virtuellen 3D Chat-Communities (grafische Chats mit dreidimensionaler Darstellung) auf, wo ein Avatar eine bewegliche und agierende Figur ist. Inzwischen steht er allgemein für Grafiken in der virtuellen Welt, die einen realen User (Benutzer) repräsentieren.

Bielefeld
gibt's gar nicht. "Sie" haben es erfunden, um "ihre" Anwesenheit zu tarnen. Bielefeld ist überall!
Die "Bielefeld-Verschwörung" ist auf http://heidemann.purespace.de/verschwoerung.html nachzulesen. Autor ist Achim Held nach einer Idee von Bernd W., der damit gängige Verschwörungstheorien ("der KGB hat Kennedy ermordet", "die Amerikaner haben nie den Mond betreten", "Roswell ist passiert") parodiert. Der Text ist zum Selbstläufer geworden, "Bielefeld" zum Attribut für ungewöhnliche, rätselhafte Phänomene und garantiert nicht ernst gemeintes.
Die Geschichte ist entstanden, weil Bernd W. irgendwann Ende der 80er auffiel, daß viele Autobahnen nach Bielefeld führen, aber niemand wirklich dahin kommt, und er niemanden aus Bielefeld kennt. Also müssen SIE es erfunden haben.

Bierdeckel, Untersetzer
sind freundliche Umschreibungen für Zugangssoftware-CDs, wie sie vorzugsweise von AOL in Massen verteilt werden.

Blue Ribbon Campaign
dargestellt durch ein einfach gekreuztes blaues Band -und Symbol der Free Speech Campaign der EFF (http://www.eff.org) . Die Kampagne ist eine Reaktion auf den CDA (Communications Decency Act, US-Gesetz von 1996), das den Gebrauch von "ungebührlicher" Sprache ("indecent language") unter Strafe stellte und damit dem Grundprinzip des Internet, der freien Meinungsäußerung widerspricht. Inzwischen ungültig (Stand: Frühjahr 2000).
Bestimmte Kontrollmaßnahmen, z.B. gegen Kinderpornographie werden aktuell von der EFF unterstützt. Die Rechtslage zu jeder Form von Kontrolle oder Strafverfolgung im Internet ist international sehr unklar.

Das willst Du nicht wirklich wissen
oder Du willst es nicht wirklich wissen, häufig mit dem bekräftigenden Zusatz Vertrau mir. ist eine Empfehlung, die unbedingt ernst genommen werden sollte, Neugier ist hier fehl am Platz. Jemandes wunder Punkt wurde getroffen, oder ein Tabuthema angesprochen. Häufig ist ein Käsekästchen vorangestellt, und/er es folgt ein zwinkernder Smiley.

DAU-Jones; DAU-Quote
= Usenet-Spezialität – eine Statistik der formalen Fehler von Usern in einer Newsgroup (Quote-Verhalten à TOFU, nicht korrekt abgetrennte Signatur, plenken und prellende Tasten etc. Gibt es nicht in jeder NG, ist auch nicht immer ganz ernst zu nehmen. Ein Quotient über 1,00 bezeichnet einen DAU mit dringendem Lernbedarf.
DAU-Jones hört sich ähnlich "Dow Jones" (amerikanischer Aktienindex) an – das ist beabsichtigt.

Deine Shift-Taste klemmt
= "Du bist schwer zu lesen, weil Du konsequent Kleinschreibung verwendest" (Shift-Taste = Umschalttaste). Wer aufmerksam gelesen werden und bestimmt eine qualifizierte Antwort erhalten möchte, sollte diesen Hinweis ernst nehmen.

Delurker
= jemand, der in einem Forum oder einer Newsgroup aktiv wird, nach dem er/sie bisher nur gelesen hat.

Die Ingrid machen
= Usenet-Folklore - das Verfassen von Followups auf eigene Artikel, z.B. weil mensch kurz nach dem Absenden noch etwas eingefallen ist (kein Problem, wenn es selten passiert). Dieser Spruch beruht auf realen Ereignissen aus dem Mai 1997, als eine Lebensberaterin namens Ingrid durch häufige Followups auf eigene Artikel im Usenet, durch exzessives Crossposting und lange, absatzfreie Nachrichten auffiel. Sie ist noch aktiv und versteht ihre Berühmtheit bis heute nicht (Stand: Winter 2000).

Du hast "... Aussage ..." flasch geschrieben
So eine Aussage impliziert einen Rechtschreibfehler beim Autor des vorhergehenden Artikels, meint aber einen inhaltlichen Lapsus:
Aussage: "TOFUs finde ich gut, mache ich nur so".
Antwort: [x] Du hast "ich will unbedingt richtiges Zitieren lernen" total flhacs geschrieben.

flhacs, flasch, flashc, lacfhs
= spezielle Usenet-Schreibweisen für falsch.
Hajo Pflüger in der Einsteiger-Gruppe news:de.newusers.questions dazu in einem Zitat, das gerne in Signaturen verwendet wird: "Flhacs wird im Usenet grundsätzlich alsfhc geschrieben. Schreibt man lafhsc nicht slfach, so ist das schlichtweg hclafs. Hingegen darf man rihctig ruhig rhitcgi schreiben, weil eine shcalfe Schreibweise bei irhictg nicht als shflac angesehen wird."

FLAME
= eine beleidigende Nachricht eines Netzteilnehmers an einen anderen, oft nicht ganz ernst gemeint oder von einem DAU abgesondert, dient vielfach zum Anheizen einer Diskussion und kann für nicht betroffene Lurker ganz unterhaltsam sein. Bitte trotzdem vermeiden!
Ein Flamewar (war = Krieg) ist ein "Beleidigungskrieg".
Ein Flamebait (bait = Köder) ist eine Bemerkung, die jemanden ärgern und zu einem Flamewar herausfordern soll. Geht der Adressat nicht darauf ein oder antwortet er mit "Flamebait entsorgt", ohne den entsprechenden Teil der Ursprungsnachricht zu zitieren, dann heißt das: "Ich lasse mich nicht provozieren!".

Gassners Law
= Usenet-Folklore: Die Aussage: Der Spruch "typisch deutsch" zeugt von fehlenden Argumenten. Beliebter Einwand, die Diskussion ist auf einer wenig sachlichen Ebene angekommen. - Laws diese Art gibt's noch mehr, die aktuelle Sammlung ist zu finden unter http://www.bruhaha.de/laws.html.

Harassing e-mail will be published
ist ein auch im deutschsprachigen Raum benutzter Spruch. Er bedeutet, daß das absolute Tabu, niemals private Nachrichten öffentlich zu machen keine Gültigkeit mehr hat, wenn diese Nachrichten Belästigungen oder Beleidigungen enthielten. Da die Meinungen darüber zwangsläufig geteilt sind, darf so eine Veröffentlichung nur nach sorgfältiger Überlegung geschehen und nur, wenn der Verfasser zweifelsfrei feststeht. Es zu lassen ist grundsätzlich besser.

hyperfluid
eigentlich ein physikalischer Begriff, ohne naturwissenschaftlichen Kontext bedeutet es schlicht überflüssig (hyper = über, fluid = flüssig).

c3wl, kEwL, c00l
= lies "cool"; wird im Sinne von "albern" gebraucht, weil diese nicht der Rechtschreibung entsprechende Notation einfach albern aussieht. Wird im Sinne von "cool" nur von Möchtegern-Insidern (Wannabees oder KewlbOys) benutzt.

Klammeraffe
= @
Das ist das Zeichen, das u.a. User- und Domainnamen in eMail-Adressen trennt. Es stammt aus der englischen Stenographie und ist die Zusammensetzung von a und t, also at (englisch für am, an , auf oder in). Außerdem ist es ein altes englisches Kaufmannszeichen und wurde von dem Ingenieur Tomlinson 1972 für die Verwendung in elektronischen Adressen ausgewählt, weil das Zeichen im damaligen System, dem ARPANET noch keine andere Verwendung hatte und auch in Eigennamen nicht vorkommt.

Lamer
= lahm, verletzt, hinkend, mangelhaft
Bezeichnung für einen User, der an chronischer Ahnungslosigkeit und Selbstüberschätzung leidet und nicht lernfähig ist (siehe AOL und DAU).

Law
Usenet-Spezialität: Immer, wenn eine Diskussion an ihrem Ende angekommen ist und die Teilnehmer hilflos nach Argumenten suchen, gibt es bestimmte, oft durchaus unterhaltsame Gesetzmäßigkeiten in der Reaktion, die Dieter Brüggmann auf http://www.bruhaha.de/laws.html formuliert und sammelt. Beispiele in dieser Sammlung sind Gassners Law und pi's Law.

LMW
Last Minute Worker
Das ist jemand, der anfallende Arbeiten immer in der letztmöglichen Minute fertigstellt und Arbeiten immer bis zu allerletzt aufschiebt. Gerüchteweise sind LMWs Sado-Masochichisten, oder süchtig vom Streß-Hormonschub ;-). Sie werden hart beurteilt, aber vermutlich gibt es gerade in der online-Szene viel mehr davon als mensch denkt ;-).

Lurker
sind NLUs, d.h. User, die lesen, aber nicht schreiben, gelten manchmal als Egoisten. Siehe auch Delurker.
Lurker ist nicht wirklich eine negative Bezeichnung. Manchmal ist es besser, zu einer Diskussion nichts beizutragen - weil mensch in der Gruppe neu ist, weil es einfach nichts beizutragen gibt oder aus Zeitmangel.

Luser
Kunstwort mit Tradition, aus aus Loser (Verlierer) und User (Benutzer, Anwender) zusammengesetzt und wie Loser ausgesprochen.
Entstanden etwa 1975 am Massachusetts Institute of Technology (MIT) nach dem jemand es lustig fand, eine Statusmeldung beim Einloggen eines Users in das System zu verändern. Es gab die Anzahl der aktiven Benutzer aus ("User"), nach dem Systemeingriff begrüßte es den neuen User mit der Anzahl der aktiven Loser. Nach vielen Beschwerden und anderen Turbulenzen fand man den Begriff Luser akzeptabel.
Mögliche Steigerung ist Lamer, eine deutsche Entsprechung DAU.

Machen Sie es so! bzw. Make it so!
ist ein Spruch aus der Fernsehserie StarTrek (Raumschiff Enterprise)und stammt von Captain Picard (Next Generation). In den Datennetzen tummeln sich viel Fans der Serie, daher sind solche Zitate häufig (und Smileys dazu gib's auch). Beliebt ist auch Energie! (Energize!), ebenfalls von Captain Picard. Noch bekannter und aus einer Zeit vor dem Usenet stammend ist Beam me up, Scotty! von Captain Kirk und Ich bin Arzt, kein ... von Dr. McCoy aus der Classic-Serie. Die jüngeren StarTrek-Ableger tauchen bisher kaum als Zitatenquelle auf.

Mailbomb, Mail-Bombing
Nachrichten in einer Menge und Größe, die dem armen Besitzer des elektronischen Postfaches selbiges verstopfen und blockieren.

Merkbefreiung
Zitat aus der Mustermerkbefreiung: (laut Amtsblatt): "Die nachstehend eindeutig identifizierte Lebensform [...] ist hiermit [...] davon befreit, etwas zu merken, d.h. wesentliche Verhaltensänderungen bei der Interaktion mit denkenden Wesen zu zeigen."
Wird im deutschen Usenet u.a. an Trolle vergeben. Beispiele für vollständige Merkblätter sind in einem Newsarchiv mit dem Stichwort "Merkbefreiung" oder "Mustermerkbefreiung" problemlos zu finden ;->. Das Original stammt von Kristian Köhntopp (http://www.koehntopp.de/kris/inkomploehntopp/00000.html). Siehe auch http://www.bundesamt.fuer.merk.befreiung.de.

Netcop, Netzsheriff
= Netzpolizist. Immer negativ gemeinter Begriff für jemanden, der das Usenet sauber zu halten versucht und auf Einhaltung der Regeln (z.B. Netiquette) pocht. Bezeichnet jemand einen Poster als Netcop, dann ist der Autor dieses Vorwurfs oft ein Elch oder Troll. Solche Netcopjäger sind auf jeden Fall viel häufiger als der berechtigte Vorwurf, zu regularienversessen zu sein.

Netzgott
= jemand, der schon lange intensiv im Usenet, berühmt und kompetent ist. Der Titel ist den meisten unangenehm, und übermäßige Ehrfurcht unangemessen. Das Mittel der Wahl bei einer Kontaktaufnahme ist, wie überall, eine höfliche Frage.

NEWBIE
= Neuling (in den Datennetzen), logischerweise gibt es auch OLDBIES, also "alte Hasen". Diese sind im Normalfall aber Regulars.

nickname
= Rufname, Pseudonym

offenbra
spezielle Usenet-Schreibweise für offenbar. So etwas gibt es öfters, siehe flhacs. – Etwaige Anspielungen auf ein weibliches Kleidungsstück sind nicht zufällig.

pi's Law
Usenet-Folklore: Wer den Namen seines Diskussionsgegners in die Betreffzeile seines Artikels übernimmt, hat verloren. Das ist ein öffentlicher Diffamierungsversuch. Sieh auch Law und http://www.bruhaha.de/laws.html.

PLONK oder *PLONK*
= Please Leave Our Newsgroup, Kid oder Person Leaving Our Newsgroup: Killfiled (erklärt, warum PLONK immer groß geschrieben wird – es ist eine Abkürzung und kein Wort)
= lautmalerisch für "etwas in den Mülleimer tun", Aufschlag einer Nachricht auf dem Grund des Killfiles, bedeutet in einer Diskussion: "Ich ignoriere Deine Ergüsse ab jetzt". Manche Programme zum Lesen von Nachrichten haben sog. Killfiles, d.h. Listen, die nach Einträgen des Users automatisch ausfiltern. Das passende Geräusch für ein randvolles Killfiles ist *PLATSCH*. PLONK 10d bedeutet, daß der Eintrag im Killfile in 10 Tagen aufgehoben wird., und mit *PLOPP* taucht der zuvor geplonkte aus dem Killfile wieder auf.
Öffentliches PLONKen ist ein Aufforderung an alle Mitleser, es gleichzutun. Ein nichtöffentliches PLONK ist einfach ein Eintrag ins Killfile. Der Spruch "Sei weise, PLONK leise!" (= nicht öffentlich) wird von vielen beherzigt – das Usenet wäre nicht mehr lesbar, wenn jede abweichende Meinung durch ein öffentliches PLONK bekannt gegeben würde. Nicht jede/r hat einen Gehörschutz zu Hause.

Popcorn holen
= siehe auch Popcorn - wird gerne geholt/bestellt, wenn im Usenet, Webforen oder Chat ebenso unterhaltsame wie sinnlose (weil schon oft dagewesene und immer ergebnislose) Diskussionen zu erwarten sind. Der Popcorn-Esser sieht sich das an, mischt sich aber nicht ein. Zum Popcorn gibt's Cola, Kombinationen aus anderem Essen/Knabberzeug und Getränken aus demselben Anlaß sind möglich. Siehe auch die MID 33F9ADB9.64E@smail1.rrz.uni-koeln.de.
Eine ähnliche Bedeutung hat die Redewendung "Film at 11".

Realname
= der richtige Name des Users, den dieser auch IRL führt, im Usenet gern gesehen - vergleiche Netiquette.

Regular
das ist jemand, der regelmäßig in einer bestimmten Gruppe im Usenet schreibt. Die meisten Regulars innerhalb der Gruppen kennen sich untereinander, daher fallen sie auch schnell auf (zum Beispiel durch Insider-Kommentare). Etwas allgemeiner für die regelmäßigen Besucher einer Gruppe ist die Bezeichnung Citizens (=Bürger, Einwohner) oder Netizens.
Daß Regular etwas mit Regulieren zu tun hat behaupten nur solche Autoren, denen Rhetorik wichtiger ist als Inhalte.

September hört nie auf ...
(September that never ended)
ein Spruch aus den USA, wo jedes Jahr im September die Hochschulen beginnen und dann plötzlich viele schlecht informierte Newbies ins Netz drängen. Zu dieser Zeit häufen sich, DAUs, Trolle, TOFUs, Kammquotings, falsche Zeilenlängen, falsche Zeichensätze, HTML-Artikel und kaputte Signaturtrenner– also alles, was richtig nervt und stört.
Seit dem AOL Bierdeckel verschleudert, ist immer September. [Na gut, AOL kam ziemlich spät (1997), und in den Anfängen des deutschsprachigen Usenet 1993 über Mailbox-Gateways waren Informationen zum Ablauf und zum Posten nur in englischer Sprache zu bekommen und Regelkonformität nicht so verbreitet. Bierdeckelschleudernde Massenprovider mit Septemberkunden gibt's seit etwa 1996.]

Sic!, SIC, [sic], <sic>
lateinisch, bedeutet so! oder genau so! (hin und wieder als "Spelling Is Correct" = Rechtschreibung ist richtig gedeutet). Bezeichnet in Zitaten einen scheinbaren Fehler als Fehler des Originals, bedeutet, daß der Fehler nicht vom Absender ist. Nicht auf ein Zitat bezogen unterstreicht es Meinung oder Schreibweise des Autors und impliziert je nach Zusammenhang weitere Gefühle, z.B. zusätzlich ein o tempora, o mores. Groß geschrieben ist geschrien, meistens sicher Fehl am Platze. Nachdruck verleiht ein zusätzliches Ausrufezeichen: [sic!].
Der Ausdruck ist älter als jegliche Elektronik. Er stammt aus einer Zeit, als ein Autor gelegentlich seinen Setzer überzeugen mußte, eine bestimmte Passage nicht zu korrigieren, sondern wie geschrieben für den Druck vorzubereiten.

SnailMail
= Schneckenpost, konventionelle Post = Deutsche Post AG ;-) oder auch ihre Kollegen anderer Länder ..., unter Aquarianern der Versand von Schnecken (kein Smiley, weil's das gibt!).
Ist ursprünglich eine Verballhornung von U.S. Mail, der US-amerikanischen Post. "Richtig" ausgesprochen klingt es fast wie USnail = Du Schnecke.

-snip
= Scherengeräusch, hier wurde etwas herausgeschnitten, ist eine Möglichkeit, ein Zitat oder nicht relevantes, das herausgeschnitten wurde zu kennzeichnen. Wurde u.a. als [...> SNIP <...] gesichtet, mehr siehe unter Zitieren, quoten und Textausschnitte.

Spoiler
= "Verderber" im Sinne von "Spaßverderber". Das sind Informationen in Gruppen, in denen es um Bücher, Fernsehserien, Filme, Sportereignisse etc. geht. Diese Informationen verraten entscheidende Details aus noch nicht in Deutschland gesendeten Fernsehserien-Folgen, Ergebnisse von Sportereignissen, die vielleicht nicht jeder sehen konnte oder das Ende von Büchern.
In fast jeder Gruppe, in der Spoilergefahr besteht sind Mechanismen vereinbart, solche Informationen zu kennzeichnen – damit sie nicht zufällig von jemandem gelesen werden können, der sich die Spannung erhalten will.
Möglichkeiten dazu sind u.a. ROT13 oder "Spoilerspaces" - meist mindestens 30 dem enthüllenden Text vorangestellte Leerzeilen, damit der Blick des Lesers nicht zufällig darauf fällt.

Surfen
Aufrufen von Seiten im WWW und Springen von Seite zu Seite und Site zu Site mit Hilfe von verknüpfenden Links. So wie ein konventioneller Surfer auf Wasserwellen reitet, so reitet ein Net-Surfer auf elektromagnetischen Wellen.

Troll oder Elch
= jemand, der vorsätzlich Artikel und Nachrichten mit ärgerlichen Inhalten veröffentlicht, Regeln und Chartas mißachtet und sich über die Reaktionen freut. Bestes Gegenmittel: "Don't feed the Troll", d.h. ignorieren und nicht mit den erwarteten wütenden Reaktionen "füttern". - Die Bezeichnung Troll ist international und entstammt nicht skandinavischen Sagenwelt, wo sie aber auch ganz passend untergebracht ist. Ursprung ist der englische Begriff "trolling", der eine bestimmte Form des Köderfischens bezeichnet. Ein Troll war ursprünglich ein Posting, inzwischen kann das auch die Person dahinter sein.
Elch hat sich 1998 eingebürgert. Damals nervte ein User in deutschen Newsgroups, der mit einem Elch in der Signatur und als Name in seiner ID (elch@darmstadt.netsurf.de) unterwegs war. Mit Nettsein wird niemand berühmt ... .
Elch und Troll werden als Synonyme gebraucht, was nicht ganz berechtigt ist. Ein Elch ist wirklich eine Person und kann auch aus Dämlichkeit oder Sturheit, aber ohne Vorsatz handeln, ein Troll ist zunächst die Nachricht und immer vorsätzlich. Eine Nachricht so zu verfassen, daß die potentiellen Opfer alle auch anbeißen, sich schön aufregen und nicht filtern ist eine Kunst, die viel Fingerspitzengefühl verlangt.

Urban Legend, UL
"Stadtlegende" - das ist ein modernes Märchen, ein Gerücht, eine unglaubliche Geschichte (oft mit Horrorelementen und immer unterhaltsam), die stets irgend jemandem passiert ist, den der Erzähler nicht persönlich kennt – aber jemand aus seinem Bekanntenkreis (FOAFT). Die Geschichte muß nicht falsch sein, ist es aber fast immer. Funktioniert durchaus nach dem Entstehungsmuster bekannter Sagen und Märchen und ist zwar unabhängig von Internet und dergleichen, die modernen Medien unterstützen aber die Verbreitung ganz besonders wirksam.
Zu diesem Thema gibt es mehrere lesenswerte Bücher des Autors Rolf-Wilhelm Brednich. Das bekannteste ist wohl "Die Spinne in der Yucca-Palme". Bei der Titelgeschichte geht es um einen Yucca-Stamm, den der Freund eines Freundes ... bei einem Mexiko-Urlaub außer Landes geschmuggelt hat, und der nach dem Einpflanzen ganz wunderprächtig wuchs. Irgendwann wurde die Borke lebendig, und darunter kroch eine Spinnenfamilie heraus (Abweichungen möglich). Diese Autorin kennt eine ähnliche Geschichte seit ca. 1970 (Urlauberin kommt mit Beule am Hals aus einem Tropenurlaub zurück, verletzt diese Beule beim Kämmen, heraus kriechen viele kleine Spinnen). Mehr in news:de.alt.folklore.urban-legends.
1998 entstand in den USA ein Horrorfilm mit dem Titel "Urban Legends" unter der Regie von Jamie Blanks.

Warez
Oberbegriff für illegale Software, deutlich am angehängten Z. Dazu gehören z.B. MP3z = von CDs ohne Freigabe "gegrabbte" und ins platzsparende MP3-Format konvertierte Musikstücke; Crackz = Kopierschutz-Knackanleitungen und geknackte Programme; Hackz = Hackanleitungen; oder Serialz = div. Freischaltungscodes.

ZONK
= Zank Ohne Neue Kenntnisse, Vorstufe des PLONK, ein geZONKter User ist unwissend.

... hat JEHOVA gesagt!
Hat nichts mit den "Zeugen Jehovas" zu tun. - Zu biblischen Zeiten war es in Israel verboten, den Namen Gottes auszusprechen (JHV geschrieben, da im Hebräischen keine Vokale notiert wurden; heute Jehova gesprochen, die Original-Aussprache ist unbekannt). – Im Kult(ur)film "Das Leben des Brian" von Monty Python gibt es eine Szene, in der der Oberpriester gesteinigt wird, weil er das versehentlich tat. - Wenn jemand im Usenet beschuldigt wird "Jehova" gesagt zu haben, dann hat er ein "verbotenes" Thema angesprochen und soll verbal "gesteinigt" werden.

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