.
Logo, klein Aquarienbewohner | Inhalt

.
Ebene hoch bzw. Startseite
vorige SeiteStartseitenaechste Seite
Seitenende

"Parotocinclus spilosoma" (Fowler, 1941) - der "Pitbull" LDA25 hat einen Zwilling

( Erfahrungswerte | Quellen )

.
Älteres Weibchen mit deutlichem Laichansatz ("breite Flanken")"
Älteres Weibchen mit deutlichem Laichansatz

Zeitgleich mit meinen ersten LDA25 erwarb ich einen Trupp Harnischwelse gleicher Größe, die der Händler einfach als "die da" bezeichnete. Sie stammen wohl vom selben Fundort wie LDA25, da die Lieferungen häufig gemischt sind. Ich bekam fast immer sie, wenn ich "Pitbulls" nachbestellte - daher bezeichne ich die Arten als Zwillinge ;-). In Schreckfärbung im Transportbehälter ähneln sie sich oberflächlich sehr. Beide Arten wurden von Erwin Schraml in Das Aquarium, Nr 321, 3/96 beschrieben und sind im MEGUS 5 vorgestellt, der als Fundort Paraiba in Brasilien nennt. Die Fotos im MERGUS stammen ebenfalls von Herrn Schraml. Gelegentlich taucht der Name Parotocinclus spilosoma als Artname für L41 auf. Mit diesen L41 haben meine Tiere definitiv nichts zu tun, dagegen spricht schon die in AQUALOG angegebene Größe von 8-12 cm - falls das Verzeichnis hier nicht irrt.

Junges Männchen in Schreckfärbung

Bei der Namensgebung halte ich mich an den Artikel und den MERGUS. Etwas neueres habe ich zum Thema nicht gefunden, aber immer wieder Zweifel an der Richtigkeit der Bestimmung als Parotocinclus spilosoma gehört und gelesen ("Parotocinclus spilosoma lebt viel weiter südlich ...", "das kann doch kein Parotocinclus sein", ... das übliche Durcheinander bei neuen Welsen eben. Ich halte mich da 'raus und freue mich> über jede weitere Information).

 

.

Erfahrungswerte

Männchen in der Draufsicht
Männchen

Im Gegensatz zum LDA25 sind diese Tiere eher Einzelgänger und halten sich bevorzugt auf Moorkienholz und Blättern auf. Letztere beschädigen sie trotz guter Gemüse-Zufütterung öfters. Industriell erzeugtes Futter rühren sie nach meinen Beobachtungen nicht an. Das Männchen auf dem Foto unten sitzt auf einen als Futter genutzen Blatt von Echinidorus cordifolius. Die Fraßspuren sind rund oder oval, so wie ich es bei verschiedenen Peckoltia-Arten gesehen habe. Echinodorus bekommen zunächst gelbliche, später netzartige Schäden (siehe Bild in den Quellenangaben, dort ist ein Blatt einer Cryptocoryne gezeigt). Da sie fleißige Algenvertilger sind, sind sie für gut bepflanzte Aquarien mit sauerstoffhaltigem Wasser, viel Wasserbewegung und gutem Algenwuchs trotzdem zu empfehlen (Sonnenschein ist vorteilhaft, weil algenfördernd). Auf jeden Fall sind sie geeigneter als die in Gesellschaftsaquarien wenig dauerhaften weil empfindlichen Otocinclus verschiedener Arten.

Junges Männchen in Schreckfärbung 6 Stunden nach Kauf und Einsetzen. Eine Stunde danach war er noch hellgelb.
Wie bei LDA25 hängt die Farbe vom Bodengrund ab - dunkelbraun mit gelblichen Flecken auf dunklem Untergrund; mittel- bis hellbraun mit hellen Flecken auf weißem Grund und sogar ockerfarbig als Schreckfärbung. Sehr scheu und wenig dankbare Fotomodelle sind sie, und auf hellem Bodengrund kaum mit der Kamera zu erwischen.

 

.
Älteres Weibchen mit deutlichem Laichansatz an der Frontscheibe
Älteres Weibchen mit deutlichem Laichansatz an der Frontscheibe

Nach dem die Welse ausgewachsen waren (Weibchen knapp 5 cm, Männchen über 1 cm kleiner), wurden die Weibchen bei mir deutlich fülliger und auch bei allen anderen mir bekannten Haltern, ganz unabhängig von den Hälterungsbedingungen (Laichansatz wahrscheinlich). Leider mußte ich meine Zuchtversuche unerwartet abbrechen, so daß mir noch keine Nachzucht gelang. Die ältesten sind jetzt über 6 Jahre alt, da erübrigt sich der Versuch aus Altersgründen.

Die neuen Tiere, die ich aus verschiedenen Quellen zusammengekauft habe, haben eine durchaus unterschiedliche Zeichnung: Die meisten haben, wie meine ersten vier, ein feines, gleichmäßiges Punktemuster, andere haben eine kontrastreichere, gröbere Zeichnung. Der Körperbau ist, soweit ich das beurteilen kann, identisch.

Bei diesem Trupp fällt mit ein starkes Territorialverhalten auf: Einzelne Tiere besetzen einen Stein oder eine Wurzel, vorzugsweise auf der Unterseite und genau da, wo die größte Strömung herrscht. Andere Fische, auch Artgenossen, werden energisch "weggeschubst".

 

 eMail schreiben

Quellen

Fraßbild an einer Cryptocoryne crispus.
angefressene Cryptocoryne
[1] Harnischwelse aus Recife, Erwin Schraml: Das Aquarium, Nr 321, 3/96
[2] Jürgens Aquaristik- und Wirbellosenseite/Welse
[3] MERGUS Aquarienatlas Band 5. Die beiden Fotos zeigen zweifellos die Welse, die ich auch besitze. IMHO zeigen sie ein Pärchen, nicht Varietäten oder verschiedene Arten. Das beweisen meine Fotos. Immerhin habe ich die Modelle aufwachsen sehen :-).
[4] AQUALOG Lorcariidae all L-Numbers
[5] Englischsprachige Quelle Parotocinclus spilosoma bei Planet Catfish, mit Links, vielen Fotos und Suchfunktion.
[6] Englischsprachige Quelle Spawning Parotocinclus spilosoma - Bebilderter Zuchtbericht, der Züchter bestätigte mir, das es sich sehr wahrscheinlich um die Tiere handelt, die ich auch habe.
[6] englischsprachiger Text PAROTOCINCLUS SPECIES FROM BRAZIL, By Marco Túlio C. Lacerda and Hans-Georg Evers auf der Seite des VDA Arbeitskreis Barben-Salmler-Schmerlen-Welse.
[7] englischsprachiger Text Eintrag in FishBase ansehen.

 

.
 Seite oben

(06/2001) · Logo, klein  Renate Husmann 1997-2007
URL dieses Dokumentes: http://www.rhusmann.de/aqua/recife.htm
Jede Verwendung von Inhalten bedarf meiner schriftlichen Genehmigung · Impressum · schreiben