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Ein Barsch bewacht Wasserflöhe - Brutreflex bei Nannacara anomala(Glänzender Zwergbuntbarsch; engl. Golden-eyed Dwarf Acara), mit Pflegehinweisen |
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Für mein 450-l-Aquarium suchte ich noch ein Paar kleine, friedliche Buntbarsche. Als ein Mitglied meines Aquarienvereins auf einer Zierfischbörse selbstgezogene Glänzende Zwergbuntbarsche (Nannacara anomala) [1] anbot, griff ich zu und bereute es nicht. Beide waren etwa ½ Jahr alt, das Weibchen lebte noch 3, das Männchen über 4 Jahre.
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Die hier gezeigten Fotos sind die einzigen, die mir von diesen Tieren gelangen. War im Raum alles ruhig, zog das Pärchen mit gemessener Würde durchs Aquarium, meistens lebte es aber sehr versteckt in dem großen Aquarium (450 l) mit dichtem Pflanzenwuchs und vielen Höhlen aus rotem Granit und Moorkienholz - keine Chance für die Kamera! Die Papierbild-Originale des Daphnien-pflegenden Weibchens wirken sehr vital und plastisch durch die vielen verschiedenen Grüntöne, die digitale Umsetzung verschluckt sie leider, die Bilder büßen so erheblich an Schärfe und Leben ein. Bei den "Brutpflege-Fotos" hatte ich ausnahmsweise genug Zeit, weil sich über einem dichten Bestand von frisch gekürzten Sumpffreund (Limnophila sessiliflora) viele der gerade gefütterten Wasserflöhe sammelten (Daphnia pulex, schön groß und blutrot). Das Gewimmel löste beim Weibchen, das gerade keinen Nachwuchs führte, den Brutreflex aus. Es zeigte die Brutpflege-Färbung (dunkelbraunes Karomuster auf gelbem Grund) deutlicher, als ich das zuvor bei ihrem eigenem Nachwuchs beobachten konnte. Die Erklärung für das Verhalten, zusammen mit einem sehr aufschlußreichen Bericht zur Interaktion der Partner und zur Pflege fand ich in einem Buch von Helmut Stallknecht [3]. Die oben geschilderte Reaktion nennt er "Ein Gattenmörder spielt mit Puppen". Daß das Tier mit Puppen spielt, ist m.E. eine treffende Beschreibung. Morden tut es nur bei nicht artgerechter Haltung, das kann und soll Mensch verhindern.
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PflegeerfahrungenWer das abwechslungsreiche Verhalten dieser ansprechenden Fische in vollem Umfang beobachten möchte, sollte Nannacara anomala unbedingt in einem dicht bepflanzten und versteckreich eingerichteten Aquarium nicht kleiner als 120 cm Beckenlänge halten. Das Weibchen wird so aggressiv, daß der Tod den männlichen Tieres in kleineren Behältern der Normalfall ist. Alternativ könnten die Partner nach der Eiablage getrennt werden - aber das bedeutet Streß für das immer wieder umzusetzende Männchen, für den Fänger und Verzicht auf Beobachtung der arttypischen Brutpflege. Ausnahme: Mensch will Nannacara-Nachwuchs aufziehen.
Meine Tiere lebten in einem ständig zugewucherten, CO2-gedüngten 450-l-Aquarium bei pH-Werten um den Neutralpunkt zusammen mit Panzerwelsen, einigen Harnischwelsen, Kilis und Regenbogenfischen. Das Weibchen bevorzugte für die Eiablage stets Höhlen oder Wurzeln etwas seitlich von der Mitte, dicht vor der hinteren Scheibe. Dadurch sah ich nie ein Gelege und nur einige Male Jungfische, die ich dann durch einen Schlauch mit Artemia fütterte. Überlebt hat nicht eines - vermutlich freuten sich die Panzerwelse (Corydoras sterbai) über ein feudales Mitternachtsbuffet. Nach der Eiablage, deren Zeitpunkt ich stets an der Färbung des Weibchens erkennen konnte, verteidigte sie einen Radius von etwa 40 cm rund um das Gelege. Dabei mutierte das sonst sehr zurückhaltende, versteckt lebende Tier zur "Giftnudel". Bedingt durch die Lage ihrer bevorzugten Laichplätze beherrschte sie das ganze Aquarium. Das Männchen bemühte sich meistens um Unsichtbarkeit, einige Male am Tag präsentierte es sich zur Festigung der Partnerschaft [3] jedoch an der Reviergrenze des Weibchens und steckte regelmäßig Prügel ein, bis es nach 1 ½ Wochen vollkommen zerrupft war. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Weibchen meist wieder Normalfärbung, weil das Gelege verschwunden war. Das wiederholte sich alle sechs Wochen.
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Quellen und Anmerkungen[1] Vom MERGUS Aquarienatlas Band 1, 10. und 11. Auflage falsch als Nanacara anomala (Stahlblauer Maulbrüter) bezeichnet. Keine Art der Gattung Nannacara zählt zu den Maulbrütern, und die Gattung wird mit 2 "n" geschrieben.
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Und das hat die Kreiszeitung auf der ersten Seite der Regionalausgabe Stuhr-Weyhe-Syke am 14. April 2001 aus diesem Artikel gemacht (Artikel als Bild laden, 108 KB). |
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(02/2001) · |