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Frei erhältliche Zierfisch-Medikamente und ihre Zusammensetzung( Anwendungs-Übersicht | Zusammensetzung | Substanzen | Anmerkungen | Quellen | ! ) |
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Häufig werden Zierfisch-Heilmittel "auf Verdacht" und ohne genaue Kenntnis der Inhaltsstoffe von Zoohändlern und Aquarianern untereinander empfohlen - sogar zur Vorbeugung und ohne genaue Diagnose. Auf dieser Seite möchte ich zeigen, was da so alles im Wasser landet und helfen, eine gezielte Therapie zu finden. Die Wirkung von Medikamenten beruht darauf, daß sie für Krankheitserreger, Pilze und Parasiten etwas giftiger sind als für die Fische. Deshalb gibt es keine unschädlichen Medikamente, nur wirkungslose und wirksame. Oft ist bei frei erhältlichen Mitteln aus dem Zoohandel "von allem etwas" darin, aber nicht genug von der Substanz, die wirklich helfen würde. Das erzeugt bei blindem Hantieren Resistenzen. Medikamente "vorbeugend" zu geben heißt, dem eigenen Wissen um die gepflegten Fische und der eigenen pflegerischen Sorgfalt nicht zu trauen, denn die beste Vorbeugung ist immer noch die artgerechte Haltung. Jürgen Böhm beschreibt die Krankeits-Prophylaxe und mögliche Ursachen bei Zierfischen sehr anschaulich auf seiner Homepage [2]. Ich verwende Salz mit Temperaturerhöhung für kleinere Probleme (ausführlich beschrieben). Kommt Salz nicht in Frage, suche ich gezielt nach dem erfolgversprechendsten Mittel und habe dabei gelegentlich schon meinen Tierarzt um eine Diagnose und ein passendes Rezept gebeten, weil eine verschreibungspflichtige "Granate" notwendig wurde. Sind Wirbellose im Aquarium, ist besondere Sorgfalt geboten. Schnecken, Garnelen & Co. reagieren auf manche Substanzen ähnlich wie die zu bekämpfenden Parasiten. Falls möglich, sollten sie vor der Behandlung entfernt werden [5]. Frei verkäufliche Heilmittel sind bei entsprechender, sorgfältiger Diagnose auch für gut beratene Einsteiger zu empfehlen (wegen der unkomplizierten Handhabung und weil es sie überall zu kaufen gibt). Selbst Mittel mit "Breitbandwirkung" haben ihre Anwendung. Sie sind bei überlegtem Gebrauch z.B. geeignet, um Zeit zu gewinnen, wenn eine exakte Diagnose nicht schnell genug möglich ist oder weil zeitgleich Sekundärprobleme bekämpft werden sollen. Dazu muß der Anwender aber sehr genau wissen, was er/sie tut und welche Substanzen in den verwendeten Mitteln enthalten sind. Bitte behandelt niemals 'auf Verdacht' und probiert alles mögliche durch! Eine sorgfältige Diagnose, die auch die Pflege und die Bedingungen im Aquarium einschließt ist absolute Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie! Eine gute Online-Hilfe dabei ist "Diagnose- und Behandlungshilfe für Zierfischkrankheiten" der d.r.t.a.
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Zusammensetzung und Anwendung von MedikamentenBezug: 1 ml Lösung / 1 g Trockensubstanz, alle Angaben lt. Hersteller, gekürzt und ohne Kommentar zum Sinn des Einsatzes und der Wirksamkeit, gelegentlich mit Erfahrungswerten. Ersetzt nicht das Lesen des Beipackzettels!
A q u a r i u m M ü n s t e r Aqua Furan: A q u a r i u m M ü n s t e r Faunamor: A q u a r i u m M ü n s t e r Furamor-P: A q u a r i u m M ü n s t e r Odimor: B i o P l a s t CiliaCont:
B r u s t m a n n Ektozon: B r u s t m a n n Cilex: C o l o m b o Cerpofor Helminth: D r. L a n g (A S T R A) Konzentrat gegen Pünktchenkrankheit: e S H a 2000: e S H a Exit:
H O B B Y Rabomed: J B L Punktol: J B L GYRODACTOL: J B L FUNGOL: J B L SPIROHEXOL: J B L OODINOL: J B L EKTOL Cristal:
P r e i s A q u a r i s t i k PREIS-COLY: P r e i s A q u a r i s t i k PREIS-PREBAC: :
S E R A Baktopur: S E R A baktopur direct: S E R A baktoTabs:
S E R A cryptopur:
S E R A costamed: S E R A costapur:
S E R A cyprinopur:
S E R A ectopur: S E R A mycopur: S E R A oodinopur:
V i t a k r a f t Antimaladin® flüssig N: V i t a k r a f t Salufit® N: Z o o m e d i c a F r i c k h i n g e r EXRAPID: Z o o m e d i c a F r i c k h i n g e r GYROTOX: Z o o m e d i c a F r i c k h i n g e r Hexa-ex: |
Die Substanzen1,3-Dihydroxybenzol: Phenolderivat mit entsprechender Wirkung, aber weniger toxisch. 2-Amino-5-nitrothiazol ist ein Desinfektionsmittel, wirkt schwach gegen zahlreiche Bakterienstämme, in Zierfisch-Medikamenten meist verwendet gegen Flagellateninfektionen im Darm. 9-Aminoacridin-hydrochlorid ist ein Antiseptikum Propanon (Aceton) ist eine farblose, stark riechende Flüssigkeit, die beim Einatmen Kopfschmerzen und Müdigkeit und bei Hautkontakt Rötungen verursacht. In höheren Dosen Narkotisierend. Bewährtes Lösungesmittel für Klebstoffe, Lacke und Farben aller Art. Kann zur Herstellung von sehr explosivem trimeren Peroxid verwendet werde. Peroxide sind gelegentlich zur Belüftung in Aquarien während Heilbehandlungen gebräuchlich. Acriflavin, Acriflavinchlorid, Trypaflavin ist ein mildes Antiseptikum zur Wundbehandlung in der Humanmedizin, hemmt Bakterien- und Pilzwachstum, pflanzenschädlich (Hornkraut, Cabomba, Elodea); bremst in Medikamenten gegen Hautparasiten Sekundärinfektionen von Pilzen und Bakterien ein, als Mittel für in Quarantäne befindliche Fische (Verletzungen) geeignet, gut wirbellosenverträglich, manche Fische reagieren empfindlich. "Aqua purificata ad ..." bedeutet "gereinigtes Wasser zu..." z. B. auf 100 ml aufgefüllt. Benzalkoniumchlorid wirkt gegen Bakterien (incl. Mykobakterien, -> verhindert Tuberkulose-Ansteckung während einer Behandlung) und Pilze. Im Gegensatz zu chemisch ähnlichen Stoffen wird es schlecht über die Haut/Schleimhaut aufgenommen, daher nur gegen externe Errreger wirksam. In der Medizin ist es ein Desinfektionsmittel für Flächen und Instrumente, Heilmitteln wird es als Konservierungs- und Desinfektionsmittel beigemengt: Z.B. oft in Schnupfenmitteln für den menschlichen Gebrauch enthalten, schädigt jedoch nachhaltig die Nasenschleimhaut. In fischtherapeutischen Dosen bekämpft es Haut und Kiemen anhaftende Erreger und Parasiten und regt evtl. die Schleimhaut-Durchblutung an. Butylglycol ist ein schwer flüchtiger, mild riechender Alkohol, gut mischbar z.B. mit Wasser, wird als Lösungsmittel eingesetzt und bildet unter Sauerstoffeinfluß Peroxide. Wird im Aquarium langsam und ohne Gefahr einer Bakterienblüte abgebaut. Chinin-Ethylcarbonat ist das Alkaloid Chinin, wegen der besseren Halt- und Lagerbarkeit als Salz mit einem gut geeigneten und ungiftigen Gegenion enthalten (hier: Ethylcarbonat). Der Wirkstoff ist ein Extrakt der Chinabaumrinde, der u.a. wirksam ist gegen Malaria und zu ihrer Prophylaxe dient, daher während der britischen Kolonialzeit gerne Getränken beigemischt ("Tonic Water"). Individuell unterschiedlich und abhängig von der Dosis kann Chinin beim Menschen starke Nebenwirkungen haben. Der Malaria-Erreger ist ein amöbenartiger Parasit, der durch Stechmücken (Anopheles) übertragen wird und dessen Vermehrungszyklen die typischen Fieberschübe auslösen. Chinin wirkt auf Schizonten, das ist eines der Entwicklungsstadien des Parasiten. Es ist ist stark neurotoxisch. Chlorthymol, ausführlicher 4-Chlor-2-isopropyl-5-methylphenol. Es ist ein starkes Desinfektionsmittel, in der Veterinärmedizim meist als Konservierungsmittel (für z.B. Ohrreinigungsflüssigkeiten) eingesetzt. EDTA = Ethylendiamintetraacetatdinnatriumsalz ist ein künstliches Cheleat. Cheleate sorgen dafür, daß eigentlich nicht wasserlösliche Stoffe in Wasser gelöst ("in Ionenform vorliegen") und dann organisch verwendet werden können, meistens in Düngern. Natürlich vorkommende Cheleate sind z.B. diverse organische Säuren. - Steht "Kolloid" auf einer Medikamentenpackung, dann ist das ein anderer Ausdruck für Cheleat. Ethacridin: Nicht unumstrittenes, lokal angewendetes Antiseptikum aus der Humanmedizin, zersetzt sich unter Lichteinfluß sehr schnell. Meistens als Milchsäuresalz in Medikamenten enthalten (Ethacridin-lactat), Trivialname und Markenname eines Produktes ist Rivanol®. Ethanol ist einfach Alkohol, eine für alle Organismen sehr giftige Füssigkeit, wasseranziehend, fettlöslich und leicht entflammbar. Medizinischer Alkohol ist meist zu 94% bis 100% rein. Formaldehyd ist ein farbloses, stechend riechendes und stark schleimhautreizendes Gas, meist als Formalin bzw. Formol (= 35%ige - 40%ige Lösung in Wasser) erhältlich. Sehr reaktionsfreudig und schnell biologisch abbaubar, wird als Desinfektions- und Konservierungsmittel sowie in der chemischen Industrie (Bindemittel-Herstellung) eingesetzt. Gebinde mit "Bodensatz" sind überaltert und sollten nicht mehr verwendet werden. Kaliumchlorat KClO3, auch Chlorsaures Kali ist ein weißes, feinkristallines Pulver, das nicht sehr gut wasserlöslich ist. Desinfektionsmittel wegen der oxidierenden Wirkung, früher auch medizinisch und als Unkrautvernichtungsmittel ("Unkraut Ex") verwendet, hat pyrotechnische Bedeutung (Streichhölzer, Feuerwerk) und ist hochexplosiv. Kaliumiodid (Kaliumjodid) sieht ähnlich wie Salz aus und schmeckt auch ähnlich, ist ungiftig und sollte unter Lichtabschluß aufbewahrt werden, weil sich sonst das Jod darin abspaltet und das Pulver gelblich wird. In mit Jod angereichertem Speisesalz ist Kaliumiodid enthalten, außerdem wird es u.a. zur Herstellung von LUGOLscher Lösung (Stärkenachweis) verwendet. Heilmitteln verschiedenster Art ist es zur Förderung der Durchblutung und wegen seiner allgemein desinfizierenden Wirkung beigemischt. Kolloides Silber: Feinstvertreilte Silberpartikel, die den Stoffwechsel von einzelligen Organismen (Bakterien, Pilze und Viren) blockieren. Soll Tiere nicht schädigen, in der Humanmedizin sehr umstritten. Kaliumpermanganat: Desinfektionsmittel, das durch Oxydation wirkt, Anwendung gegen diverse (meist einzellige) Ektoparasiten und Pilze oder zur Desinfektion von Aquarien und Zubehör. Zersetzt sich nach wenigen Stunden, Rückstände sind ungiftig. Trotzdem gibt es zur Krankheitsbehandlung häufig geeignetere Mittel. Kupfer, K2 ist für viele Wirbellose und einige Welse gefährlich, es kann sich anreichern. Gleichzeitig mit Wasseraufbereiter verwendet bewirkt es gar nichts, weil der es wieder entfernt. Das ist der Sinn eines Wasseraufbereiters [a], der sich dadurch natürlich auch zum Neutralisieren nach Ende der Behandlung mit Kupfer bzw. Kupfersalzen und bei sichtbaren Unverträglichkeiten eignet. Solche Unverträglichkeiten zeigen sich durch beschleunigte Atmung, weil das Eiweißes der Kiemen denaturiert wird. Wegen dieser Wirkung auf Eiweiße allgemein wird Kupfer eingesetzt. In Medikamenten wird Kupfer(II) verwendet, das wasserlöslich ist.
Kupferchlorid: Kupfersalz, vielseitig anwendbar (Leuchtsalz, Fotolabor, als Katalysator bei organischen Synthesen, z.B. bei der Herstellung des Textilfarbstoffes Anilinschwarz), im Aquarium gegen Pilze und Bakterien eingesetzt. Ist als Mittel gegen Laichverpilzung gebräuchlich, für besetzte Aquarien wegen des für manche Tiere schädlichen Kupfers nicht immer geeignet, auf kurze Anwendungszeit achten. - Kupfer und Kupferverbindungen sind besondes giftig bei weichem Wasser und pH-Werten unter 7.0. Vor allem Wirbellose und Welse sind gefährdet. Kupfersulfat: (CuSO 4× 5 H 2O, Blaues Kupfer(II)-sulfat) Kupfersalz, vielseitig anwendbar (Leuchtsalz, Fotolabor), im Zierfisch-Heilmitteln gegen Pilze und Bakterien eingesetzt. Ist als Mittel gegen Laichverpilzung gebräuchlich, für besetzte Aquarien wegen des für manche Tiere schädlichen Kupfers nicht immer geeignet, auf kurze Anwendungszeit achten. - Kupfer und Kupferverbindungen sind besondes giftig bei weichem Wasser und pH-Werten unter 7.0. Vor allem Wirbellose und Welse sind gefährdet. Viele Algenbekämpfungsmittel enthalten Kupfersulfat. Leucobasen, z.B. Malachitgrün-Leucobase und Pararosanilin Base (letztere als Rosanilin bzw. Fuchsin gerne zur Färbung histologischer Schnitte in histologischen/pathologischen Laboren verwendet) sind mit Hilfe von Alkoholen entfärbte Triphenylmethanfarbstoffe und dadurch im Wasser stabiler. Die Leucobase sollte weniger wirksam sein, wird aber dennoch von einigen Herstellern eingesetzt. Magnesium-Peroxid ist ein Bleichmittel mit einer Wirkung ähnlich Natrium-Perborat, es verbessert die Durchblutung von Schleimhaut und Kiemen, bakterizid; bei Überdosierung Reizung der Kiemenschleimhaut. Magnesiumstearat findet als Gleitmittel bei der Tablettenherstellung Verwendung. Malachitgrün ist ein Triphenylmethanfarbstoff und ein sehr wirksames Mittel gegen Ichthyo, Trichodina und Oodinium, aber auch sehr giftig und vermutlich krebserregend. Sollte entweder in der Apotheke fertig abgewogen oder fertig in Wasser gelöst gekauft werden, damit nicht mit dem Pulver hantiert werden muß. Ist lichtempfindlich, kühl und dunkel lagern. Ist meistens als Oxalat in Handel, gelegentlich als das verträglichere Chlorid, das höhere Dosen erlaubt und damit vorzuziehen ist. Probleme bei Wirbellosen sind nicht bekannt, Schmerlen reagieren überempfindlich.[6] Metaldehyd (CH3CHO)4 ist ein Krampfgift, giftig vor allem für Mollusken und deswegen meistens als Schneckengift (blaues Granulat) benutzt. Es fürdert die Schleimproduktion. Methanilgelb ist ein gelber Farbstoff Methylorange ist hauptsächlich Farbstoff und pH-Indikator, wird auch als Desinfektionsmittel eingesetzt, lichtempfindlich; steht im Verdacht, krebserregend zu sein [b]. Methylenblau = Methylthioniumchlorid = Tetramethylthionium-chlorid, wirkt gegen Ichtyo, milder als Malachitgrün, bei Fischen verwendet, die letzteres schlecht vertragen. Auch wirksam bei Schimmelbildung und zur Erleichterung der Atmung bei einem längeren Transport oder Gaben eines sehr belastenden Medikamentes, sowie als Futterzusatz bei bakterieller Schwimmblasenentzündung. NaCl ad = Natriumchlorid (Kochsalz) als Transportmedium beigemischt. Natriumborat ist der Stoff, an den Wasserstoffperoxid gebunden wird, damit es als zusätzlicher Sauerstofflieferant Granulaten unterschiedlicher Anwendungsbereiche zugefügt werden kann; bei Überdosierung Reizung der Kiemenschleimhaut. Das Bor darin wirkt als Pfanzendünger und ist für Tiere in Überdosen toxisch. Natriumperborat ist ein weißes, salzartiges Pulver. Es besteht aus Natriumborat, an das Wasserstoffperoxid gebunden wurde und das dieses, wenn es in Wasser gelöst wird, wieder abgibt. Das Wasserstoffperoxid gibt den gebundenen Sauerstoff frei, und Fische, denen dieses Mittel ins Wasser gegeben wurde werden schlagartig mit Sauerstoff versorgt. Ist gleichzeitig ein Bleichmittel in Waschmitteln [c]; bei Überdosierung Reizung der Kiemenschleimhaut. Nifurpirinol gehört zu den Nitrofuranen und wirkt stark antibakteriell (synthetisches Antibiotikum) mit geringer Toxizität und ohne Resistenzsteigerung, wird von Fischen sehr schnell über die Kiemen aufgenommen, ist auch als Futterzusatz sinnvoll und zerfällt durch Lichteinwirkung nach kurzer Zeit, daher ohne vorherigen WW anwendbar. Am wirksamsten bei Einsatz schon in der Anfangsphase einer Krankheit. Außerdem gegen einige Columnaris-Erreger wirksam und in Verbindung mit FMC gegen Ichtyo [2]. Da die Filterbakterien ebenfalls getötet werden, sind während einer Behandlung häufige Wasserwechsel sinnvoll; ggf. vorher den Filter reinigen. [h] Nitenpyram ist ein Mittel gegen Flöhe bei Haustieren. Phenol: Desinfektionsmittel. Phenolderivate haben wegen ihrer guten bakteriziden und fungiziden Wirkung als Protoplasmagift große Bedeutung zur Desinfektion, sowie als antiparasitische Behandlung gegen Argulus (Fischlaus, Karpfenlaus) und Piscicola (Fischegel) in der Fischwirtschaft [8] [9]. Proflavin (3,6-Diaminoacridin) ist ein gelber Farbstoff (Histologie, DNS-Forschung); zusammen mit Brillantgrün und Kristallviolett Bestandteil des sog. "Dreifachfarbstoffes" (triple dye), eines milden Desinfektionsmittels aus der Humanmedizin (Wundbehandlung, Hautinfektionen). Chemisch gesehen ist Proflavin ein Ausgangstoff für Acriflavin, dafür wird Proflavin unter Laborbedingungen mit Methylchlorid am Ringstickstoff methyliert. PVP = Polyvinylpyrrolidon, löst sich gut in Wasser und vielen organischen Lösungsmitteln, wird als Trockenbindemittel z.B. in Tabletten verwendet und ist gleichzeitig der Schleimhautschutz in Wasseraufbereitern. Potassium Sorbate ist ein Kaliumsalz der Sorbinsäure und wird als Konservierungsmittel eingesetzt, häufig in Kosmetika. Herstellung manchmal aus Ebereschenbeeren. Saponine sind ölige, in Pflanzen (z.B. Seifenkraut) vorkommende Glucoside und Hilfsstoffe bei der Tablettenherstellung. Sie werden außerdem als Schaumbildner (Feuerlöscher) eingesetzt und sind ungiftige Grundstoffe für Reinigungsmittel. Siliciumdioxid ist ein Hilfsstoff, ein Fließmittel für Tablettenmischungen. Talkum ist ein mineralisches Gleitmittel bei der Tablettenherstellung, es verhindert das Anhaften der Mischung am Preßwerkzeug. Titriplex III = Dinatrium-Salz der EDTA Triphenylmethanfarbstoffe sind z.B. Malachitgrün, Basisches Brillantgrün (das dem Malachitgrün chemisch sehr ähnlich ist, aber teurer und meist weniger verträglich) und Kristallviolett (Hexamethylpararosanilinchlorid, auch Methylrosaniliniumchlorid oder Violett K). Diese drei sind sich in Struktur und Wirkung sehr ähnlich, es gibt aber noch viele mehr. Tosylchloramid-Natrium = ChloraminT ist ein weißliches Pulver, das mit Hilfe von Toluolsulfonsäureamid (Toluolsulfonsäurerest = Tosyl) gebundenes und bei der Anwendung wieder freigesetzes Chlor enthält und dadurch als Desinfektions- und Bleichmittel wirkt. Es wird technisch (Schwimmbäder), medizinisch (Krankenzimmer), veterinärmedizinisch (Desinfektion von Zitzen, Bekämpfung diverser Haut- und Kiemenwürmer bei Fischen), pharmazeutisch und chemisch (Fixierbad-Neutralisation) angewandt.
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Anmerkungen[a] Wasseraufbereiter sollen gelöste Schwermetalle, die für Fische und Wirbellose schädlich sind, aus dem Leitungswasser entfernen. In Häusern mit kupfernen oder mit Blei-Wasserleitungen sowie wenn mit Durchlauferhitzern auf Temperatur gebrachtes Wasser für den Wasserwechsel verwendet wird macht das Sinn. Vor und während Krankheitsbehandlungen sollten sie nicht eingesetzt werden. Danach, oder wenn es Probleme gibt, sind sie eine gute Möglichkeit zur Schnellentfernung vieler Medikamente. [b] Ich habe einmal Methylorange zum Bepinseln einer starken, durch eine Netzschmerle verursachte Wunde vom Tierarzt bekommen. Mit meinem heutigen Wissen über die Haltung von Schmerlen (immer in der Gruppe, einzeln gehalten werden sie leicht aggressiv und bissig) wäre die Verletzung ganz zu vermeiden gewesen. [c] Die verblüffende Wirkung von Wasserstoffperoxid im Aquarium konnte ich einmal selbst beobachten: Eines Morgens noch während meines ersten Jahres mit dem ersten Aquarium japsten alle Fische. Ich hatte innerhalb weniger Minuten zufällig Wasserstoffperoxid und die Gebrauchsanleitung [1] dazu parat. Es hat wirklich geholfen und nicht geschadet! Richtig dosiert machen also auch Waschmittelzusätze im Aquarium Sinn :-). [d] "General Tonic" wurde mir in meinem ersten Jahr mit Aquarium von dem Autor eines Zeitschriftenartikels über Regenbogenfische empfohlen. Ich hatte ihn gefragt, wieso meine M. lacustris immer einen weißen Belag vor dem Maul haben. Er vermutete Columnaris und pries dieses Mittel als garantiert wirksam. Brav gab ich es in alle 3 Aquarien. Am nächsten Tag waren meine großen Hornkrautbestände komplett entnadelt - eine gigantische Schweinerei. Der Belag verschwand erst, als ich meinen Fischen ein größeres Aquarium schenkte. Die lebhaften Schwimmer verletzten sich nun nicht mehr das Maul an der Scheibe ... das war alles. Seit dem benutze ich Medikamente nur nach genauer Prüfung der Umstände. [e] Oft geschieht mit Lebendfutter ein unbeabsichtigter Medikamenten-Eintrag, der massiv Resistenzen fördert und so erforderliche Behandlungen erschwert: Zum Frischhalten werden geringe Dosen Antibiotika in die Tüte gegeben. Diese Auskunft stammt von meinem Zoohändler, der mit verschiedenen Lieferanten experimentiert hat, sich über die lange Überlebensdauer von Mückenlarven der meisten wunderte und dann mehrere Lieferanten befragte. [f] Thorsten verwendete EXIT mit Erfolg und ohne Verluste bei Fischen und Wirbellosen während der ersten 6 Tage der Behandlung in doppelter Dosis, reduzierte dann bis zum 11. Tag auf 5 Tropfen und behandelte so bis zum 24. Tag, dabei erhöhte er die Temperatur. [g] Die Substanzen, die Haut- und Kiemenwürmer sowie Darmparasiten bekämpfen, sind z.T. sehr aggressiv mit Breitbandwirkung. Alle schonenderen Alternativen sind aus gutem Grund rezeptpflichtig (z.B. Concurat; die meisten Praziquantel-Präparate gegen Bandwürmer, wo es seit einiger Zeit ein frei verkäufliches Mittel gibt ...). [h] In meinem Tanganjika-Aquarium, in dem sich seit über 3 Jahren weder Besatz noch Pflege geändert haben, entwickelte ein Neolamprologus brichardi (Prinzessin von Burundi) plötzlich einen Blähbauch und Glotzaugen. 2 Tage lang versuchte ich, mit Salz, Wasserwechseln und Lebendfutter zu behandeln, aber das Tier wurde immer dicker und apathischer. An einem Sonnabend Nachmittag auf dem Weg zu meinem MS222-Vorrat fiel mir die Zierfisch-Apotheke einer Freundin ein, deren Fische ich gerade pflegte. Ich nahm mir ein Nifurpirinol-haltiges Medikament (Futtertabletten) mit und behandelte nach Anweisung. Nach 12 Stunden war das Tier deutlich lebhafter und der Bauch leicht zurückgegangen. Nach 8 Tagen standen zwar die Schuppen noch etwas ab, trotzdem beendete ich die Behandlung ohne Nachteile. [i] Die Möglichkeit Malachitgrün oral zu verabreichen, stellt eine gute Möglichkeit dar, parasitäre Erkrankungen zu behandeln, ohne das Gesamtsystem zu belasten. Zudem kann so die Cyste direkt am Fisch bekämpft werden; Präparate, die im Wasser verteilt werden, bekämpfen nur die Schwärmerstadien. [j] Schäden an der Filterflora und deshalb drastisch verschlechterte Wasserqualität sind nicht das einzige Problem - auch die Darmbakterien werden geschädigt, was u.a. zu verminderter Vitaminaufnahme führt und den Fisch zusätzlich schwächt. Gleichzeitig begünstigt das Verschwinden von Bakterien erhöhtes Pilzwachstum - ein Grund, warum in vielen Heilmitteln Fungizide und Bakterizide zusammen enthalten sind und ein Argument mehr für eine frühe Behandlung. Dann genügt ein Wirkstoff. |
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Quellen[1] Dieter Untergasser, Krankheiten der Aquarienfische,
Franckh'sche Verlagshandlung Stuttgart 1989 Weitere Informationen zu Inhaltsstoffen und Behandlung von Medikamenten sind willkommen. Bitte helft mit, diese Seite zu vervollständigen, z.B. durch eingescannte Beipackzettel! Und vielen Dank an die bisherigen Einsender |
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(10/2005)· |