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Entkapseln von Artemia salina( Pro und Kontra | Rezept 1 | Rezept 2 | Erfahrungswerte | Zutaten | Quellen ) |
Die von den Artemia-Nauplien beim Schlüpfen abgeworfenen Schalen (Chorion) sind unverdaulich für Fische, verschmutzen das Aquarium und müssen daher vor dem Verfüttern entfernt werden. Durch das Entkapseln mit einer chemischen Lösung kann dieser Vorgang entfallen, die Nauplien werden dann nur noch von der Eihülle geschützt, die ein Fisch problemlos verdauen kann. Seit etwa 1995 sind Dauereiner von Salinenkrebschen auch ohne Schale im Handel. In der Fischwirtschaft setzte sich die Verfütterung dekapsulierter Cysten langsam gegen die klassische Methode durch. Fertig entkapselte Artemia gab es 1998 im Aquaristik-Handel zu kaufen, das Thema war kurzfristig "in aller Munde". 3 Jahre später werden sie kaum noch angeboten bleibt nur, selbst zu entkapseln oder klassisch aufzuziehen und Schalen und Nauplien zu trennen. Im Moment (Sommer 2001) ist Artemia sehr teuer, und es gelangen wegen des knappen Angebotes minderwertige Sortierungen in den Handel. Unter diesen Umständen loht sich die Schälung unbedingt. |
Rezept 1Zutaten:
Zuerst müssen die Cysten hydriert werden, d.h. "aufgeweicht". Die anschließend zugegebenen Chlorbleichlauge löst die Schale auf. Dieser Prozeß muß wieder gestoppt werden, die nun geschälten Nauplien gespült oder verbliebene aktive Reste der Chemikalie wieder neutralisiert (gerade Laugen haften gerne an Oberflächen). Dann können die Nauplien gleich verfüttert, getrocknet oder aufgezogen werden. Im Kühlschrank halten sie sich ca. eine Woche. Dehydrieren verlängert die Haltbarkeit.
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Rezept 2 "Trockenmethode" (Kurzform)Zutaten:
Wässern in 500 ml wie beschrieben, Natriumhypochlorid in 300 ml Salzwasser einrühren, bis es sich aufgelöst hat, Cysten und Natriumhydroxid dazugeben und rühren, bis sich die Cysten orangefarbig sind, dann spülen oder neutralisieren. Verfüttern oder haltbar machen wie beschrieben. Die Zutaten für diese Methode sind überwiegend als Pulver oder in kristalliner Form erhältlich. Der Vorteil ist die bessere Haltbarkeit des NaOCl und die deshalb kontrollierbarere Dosis. |
ErfahrungswerteMeistens setze ich etwa 5 g Cysten an und hydriere mit 1,5 2%igem Meersalzwasser im Kühlschrank, denn dabei kommt es nicht so sehr auf den richtigen Zeitpunkt für die Weiterverarbeitung an. Dabei benutze ich ein großes Schraubglas, in das ich Chlorbleichlauge lt. Rezept 1, umgerechnet auf die Cystenmenge gebe und öfters schüttele. Schwierig finde ich es, den richtigen Zeitpunkt zum Abbruch der Reaktion zu bestimmen. Ohne Mikroskop geht das am besten bei sehr hellem Tageslicht. Nach einigen Vorgängen ist es Gefühlssache. Anschließend benutze ich Essigessenz zum Neutralisieren. Qualitätsüberprüfung: Aufziehen. Als Erstfutter benutze ich Hefe und die Süßwasser-Algensteine, die ich für meine Harnischwelse habe, werde zukünftig aber auch Salzwasser-Algensteine ansetzen. Gelegentlich wird über Qualitätsmängel kommerzieller Produkte und dadurch gestorbene Fische berichtet. Sind nicht alle Cysten leuchtend orange, sondern graue darunter, wurde der Prozeß zu früh abgebrochen. Bei Zweifeln an der Qualität kann eine Schlupfprobe Klarheit schaffen. |
Die ZutatenDie verwendeten Zutaten und die Sorgfalt bei der Anwendung werden vom Verwendungszweck bestimmt. Für eine Sofortfütterung ist Vorquellen in Leitungswasser und anschließende Neutralitsation der Lauge mit Essig vollkommen ausreichend, für Lagerung oder Aufzucht ist entsprechend mehr Aufwand zu empfehlen. Besonders zur Lagerung sollte das aktive Chlor unbedingt vollständig reduziert werden. Natriumhypochlorit-Lösung 12,5% (etwa 125 g Chlor je Liter Wasser) wird auch als Chlorbleichlauge bezeichnet. Aufbewahrung dunkel, trocken und kühl. Die chemisch aktive Substanz verringert sich monatlich um etwa 1%, deshalb ist der Kauf von kleinen Mengen anzuraten. Da zudem der Ausgangszustand nie so genau definiert ist, steht auf vielen Gebinden ca. 12,5%. Zur Sicherheit sollte der Gehalt mittels Tropftest (tritimetrisch) bestimmt werden. Sie ist in Apotheken und Drogerien erhältlich und wird meist zum Reinigen von Schwimmbecken benutzt, sowie zur Desinfektion und Spülung medizinisch und in der Zahnheilkunde. "Liquid bleach" aus englischsprachigen Rezepten meint 4%ige Lösung, die in amerikanischen Haushalten als Waschzusatz nicht unüblich zu sein scheint (Bleichmittel). Schäumt bei der Anwendung etwas, Menge gegenüber 12,5%iger Lösung anpassen. Natriumhydroxid (Natronlauge) NaOH 40% wird vielseitig eingesetzt vom Backen von Laugenbrezeln (dann 4%ig) über Seifen- und Papierherstellung bis zum Abbeizen von Möbeln sowie in Laboren. Natriumhydroxid (Ätznatron), NaOH ist ein kristallines Pulver, das u.a. zur Herstellung von Natronlauge, in Reinigungsmitteln und zur Synthese diverser Natriumverbindungen Verwendung findet. Natriumhypochlorid NaOCl ist ein kristallines Pulver zur Herstellung von Natriumhypochlorit-Lösung. Das "dry pool chlorine powder" englischsprachiger Rezepte dagegen ist eine 1:1-Mischung aus Calciumchlorid und Calciumhypochlorit, wie es zur Desinfektion von Schwimmbecken-Wasser eingesetzt wird. Gibt bei Kontakt mit organischen Säuren Chlor ab, das dann oxydierend wirkt und für den typischen "Schwimmbadgeruch" sorgt. Thiosulfat, Natrium-Thiosulfat (Na2 S2 O3) wirkt reduzierend auf Chlor und Hypochlorit (Antichlor) und ist deswegen in Wasseraufbereitern enthalten. Zum Neutralisieren nach erfolgreicher Dekapsulation wird eine 0,1%ige Lösung benutzt (100 mg Natrium-Thiosulfat in 100 ml Wasser, Dinatriumsulfit Na2SO3 1 %ig ggf. in größerer Menge geht auch). Salzwasser 3 %ig (Kochsalzlösung) zum Quellen der Nauplien ist schonender als Leitungswasser ohne Salz, sie bringt die osmotischen Verhältnisse nicht durcheinander. Es ist immer dann sinnvoll, wenn die Nauplien noch zum Schlupf gebracht werden sollen; werden sie gleich verfüttert, genügt Leitungswasser. Noch schonender ist Salz für Meerwasseraquarien. |
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Quellen[1] Artemia-Dauereier chemisch schälen (Dr. Andreas Kremser oder Dipl.-Ing Olaf Deters) |
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(07/2001)· |