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Funktionsprinzip
Allgemein
Das Prinzip der sog. "Flotation"
(Anlagerung von Gasblasen an in Flüssigkeiten gelöste
Feststoffe) wurde bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur
Entfernung von Schadstoffen aus Flüssigkeiten
industriell genutzt: Am Anfang in der Erzaufbereitung, später
auch in der Abwasserentsorgung. Die hier üblichen Verfahren (z.B.
die Durckentspannungsflotation) sind für den Betrieb an
Aquarienanlagen nicht geeignet.
Salzwasser
weist aufgrund seiner Dichte bereits die entscheidenden
Eingenschaften zur technisch einfach zu realisierenden Eiweißabschäumung
auf. Dabei werden winzige Luftblasen erzeugt, an die sich Eiweißmoleküle
in sehr dünner Schicht anlagern, die weitere
Schmutzpartikel binden (eine Unterscheidung zwischen "gut"
und "böse" findet nicht statt, auch Vitamine und Spurenelemente
können gebunden werden). Je kleiner die erzeugten Blasen sind,
desto größer ist die Gesamt-Oberfläche, desto effektiver die
Abschäumung. Im Meerwasser haben sie die richtige Größe und
bleiben lange stabil. Der entstehende Schaumteppich kann abgeschöpft
werden. Die Menge des dabei verbrauchten Wassers beläuft sich in
einem 600 l-Aquarium auf 0,25 - 0,5 l/Tag. Mehr ist üngünstig,
denn dafür mußte die Durchlaufgeschwindigkeit des Wassers erhöht
werden, dann "reißen" die eingefangenen Partikel von
der Luftblase ab und gelangen erneut in den Kreislauf. Die Folge
sind u. a steigende Nitratwerte.
Der FEBI AquaSkimmer 500 L
Das Problem eines Süßwasser-Abschäumers
sind die großen, sehr schnell zerplatzenden Blasen. Sie lassen
einen Schaumteppich nicht zu.
Arbeitsweise des AquaSkimmer: Von
einem feinporigen Ausströmerstein werden Luftblasen erzeugt, die
beim Aufsteigen Wasser ansaugen, mit Sauerstoff anreichern und
Aufschäumen. Bis hierhin würde der Prozeß auch im Seewasser
funktionieren. Aber im Süßwasser-Aquarium müssen die
Blasen physikalisch stabilisiert werden. Das geschieht im
Schaumreaktor oberhalb der Wasseroberfläche, wo sie ca. 3 mm
messende Bohrungen durchwandern und erst under dem Klarsicht-Deckel
zerplatzen. Das dabei anfallende Wasser läuft aus dem
Schmutzablauf aus dem Aquarium heraus.
Installation
Am 9.2.99 hole ich das Paket mit dem
Testobjekt von der Post ab. Aus der Bedienungsanleitung gehen zum
ersten Mal alle wichtigen technischen Daten hervor:
- Geeignet für Aquarien bis ca.
500 Liter (bei durchschnittlichem Fischbesatz)
- Befestigung: 2 Edelstahlhaken
- Bauhöhe: ca. 49 cm
- Höhe über Aquarienrand: ca.
5 cm
- Mindestwasserstand: 35 mm (von
Ansaugöffnung)
- Luftzufuhr: ca. 300 Liter je
Stunde
- Abgeschäumtes Schmutzwasser:
5-20 Liter/Tag
- Umwälzleistung: ca. 500
Liter/Stunde
Der probeweise Zusammenbau erweist
sich als erstaunlich einfach. Fein. Aber die Abmessungen sind
sehr ausladend. Wenn ich das Gerät in meinem 200l-Becken
unterbringen möchte, muß ich die nach der Beckendesinfektion neu gesetzte Kalkstein-Dekoration wieder
herausnehmen. Das ist mir zu viel Streß für die
gerade behandelten Tiere. Außerdem, so finde ich noch
rechtzeitig heraus, sind die Abdeckung (JUWEL "Multilux")
und der AquaSkimmer inkompatibel. Offensichtlich ist er für
offene Becken konstruiert, bei bestimmungsgemäßem Einbau muß
entweder die Lichtleiste entfernt werden weil der Überstand des
Gerätes über das Becken zu groß ist, oder der Wasserstand um
mehrere Zentimeter unter die Abdeckungs-Unterkante abgesenkt
werden. Beides ist indiskutabel. Vergleichbare Probleme dürften
bei allen handelsüblichen Abdeckungen auftreten, Ausnahmen sind
vielleicht Klappkonstruktionen, wie sie von EHEIM ("professionell")
angeboten werden. Ein diesbezüglicher Hinweis von FEBI fehlt in
allen Unterlagen, die ich besitze.
Also bereite ich den Einbau in meinen 450l-Becken
vor. So schlecht ist die Idee doch nicht, denn meine
Regenbogenfische benötigen sehr sauberes Wasser, um ihre Farben
zu zeigen und zu balzen. Außerdem kann ich jetzt die
Auswirkungen auf den Pflanzenwuchs beobachten. Die dort für Notfälle
(z.B. Krankheitsbehandlungen, Filterausfälle) installierte
Membranpumpe Typ OPTIMA ist sehr laut. Lt. Bedienungsanleitung
sind statt dessen WISA 300 (ca. 250,- DM; 2,3 kg) oder RENA AIR
400 (ca. 150,- DM) gut geeignet. Solche Profigeräte brauche ich
nicht, und ein Vergleich meiner Pumpe beim Händler mit einer
TETRA WHISPER 8000 spricht deutlich für das TETRA-Modell, zunächst.
Aber das ist ein Irrtum, denn für den Abschäumer-Betrieb muß
sie unter Vollast laufen, und dann ist die Geräuschentwicklung
identisch. Egal, mein Händler tauscht um und ich setze doch das
Gerät von RENA ein. - Der Raum um das Steigrohr soll lt.
Hersteller mit einem Liter SIPORAX aufgefüllt werden, um eine
zusätzliche biologische Filterung zu erreichen. Also werde ich
nicht nur den Abschäumer testen, sondern auch die Effektivität
von SIPORAX ... .
Zur Befestigung des Abschäumers
im Aquarium sind zwei Edelstahlhaken vorgesehen, die über die
Glaskante gehängt werden. Das mag für offene Aquarien passen, für
dieses geschlossene mit selbstgebauter Abdeckung aus Aluminium-Profilen
paßt es nicht. Also bohren wir in die Schiene, auf der die
Lichtleisten liegen zwei Löcher und befestigen das Gerät mit
kunststoffummanteltem Draht. Von unten wird es mit Wurzeln und
Steinen festgekeilt. Sicher ist ein eleganterer Einbau machbar,
dazu müssen aber die vorhandenen Schläuche, Kabel und sonstigen
Installationen verändert werden. Das macht in diesem Moment noch
keinen Sinn. Genau in der Ecke, wie es zu wünschen wäre, ist
das Gerät sowieso nicht unterzubringen, denn die waagerechen
Verstärkungskanten aus Glas sind zu lang und lassen nicht genug
Platz in der Ecke von Seitenscheibe und Rückwand.
Klick mich zum Vergrößern  |
Die Lichtleiste liegt jetzt schräg, nicht mehr parallel zur Rückwand,
weil der Deckel des AquaSkimmer mit einer Leuchtstoffröhre
kollidiert. Die Befestigung ist so konzipiert, daß das abgeschäumte
Wasser nach hinten, über der Rückwand, abegeleitet wird. Die
entsprechende Öffnung befindet sich in diesem Aquarium aber an
der Seite, der Ablauf-Schlauch muß deshalb geknickt werden. Eine
Eckumlenkung kommt nicht in Frage, denn dann stimmt das Gefälle
nicht mehr und das abgeschäumte Wasser läuft zurück. Ein
Aquarium, in das sich dieses Modell problemlos einbauen läßt muß
speziell angefertigt werden, scheint mir. (Das kleine Klick-mich-Bild rechts zeigt vergrößert den Unterschrank mit Auffangvorrsichtung und den Abschäumer in Betrieb von oben.)
Die Hinweise zur Einstellung des
AquaSkimmer sind leicht verständlich. Durch Drehen der
Regelungseinheit und ggf. Öffnen oder Verschließen zweier Öffnungen
im unteren Bereich soll der vom Ausströmer produzierte Schaum
gerade eben den Deckel des Schaumreaktors erreichen und dort
zerplatzen. Es wird mehrere Tage dauern, bis das Abschäumvolumen
richtig eingestellt ist. Möglich sind lt. Betriebsanleitung 5-20
Liter täglich, ich möchte es mit etwa 6 Litern versuchen. Das
bedeutet aber auch, daß das Verkaufsargument "wartungsarm"
bei mir nicht zutrifft. Bei sechs Litern Wasser, die täglich aus
dem Aquarium laufen muß ich täglich 1-2 Mal das Auffanggefäß
leeren und 2-3 Mal täglich das Aquarienwasser auffüllen, sonst
plätschert der Ausstömer des Filters deutlich hörbar und wäscht
das gerade zugegebene CO2 aus. "Wartungsarm" ist der
AquaSkimmer also nur mit Anschluß direkt an den Wasserhahn und
Niveauregelung sowie eine direkte Leitung des Abwassers in den
Abfluß.
Leider kann ich das Gerät nicht
in der Dekoration verstecken, der ästhetische Eindruck der hell
durch die Crinum taianum leuchtenden SIPORAX-Röhrchen ist
bescheiden. Warum gibt es keine Ummantelung im Angebot?
Die tägliche Praxis ...
... ist arbeitsreich. Damit die Menge des abgeschäumten Wassers konstant bleibt, muß ich ca. 3
Mal täglich Wasser nachfüllen. Es dauert etwa 5 Tage, bis die
abgeschäumte Menge stimmt und ich weiß, wann ich Wasser nachfüllen
muß. Nach jedem Wasserwechsel muß ich, aufgrund der
improvisierten Aufhängung, nachregeln. Das führt mehrfach zum
Überlaufen der Auffangbehälter.
Die Regenbogenfische zeigen mehr Farbe, ihnen gefällt das Gerät
sichtlich. Damit sind sie in diesem Haushalt sehr alleine.
Der Ausbau ...
... nach 8 Wochen ging erwartungsgemäß schnell, alle Teile ließen sich leicht mit Filterwatte reinigen. Der Schlamm im Inneren zwischen den SIPORAX-Röllchen ähnelte gewöhnlichem Filterschlamm. Darin lebten etwa 10 Posthornschnecken, deren Gehäuse extrem dünn war, und ca. 30 2 mm kleine Turmdeckelschnecken.
Im Wohnzimmer ist es erstaunlich ruhig geworden, es ist entspannend, nicht mehr regelmäßig Auffangbehälter und Wasserstand im Becken prüfen zu müssen <g>.
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