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Concurat®-L 10% (Levamisol 10%) - Therapie als Bad gegen Fräskopfwürmer

Parasit | Wirkung | Bezug | Voraussetzungen | Therapie | Hinweise | Alternativen | Anfang | Präparate | Quellen |  Download  Kurzfassung als PDF / DIN-A5 )

Stand 07.03.2013 - Abschnitt zu SERA Nematol überarbeitet) | Dieser Text ist im Laufe der Jahre sehr lang geworden, bitte trotzdem aufmerksam lesen. Als Kurzübersicht gibt's oben eine Zusammenfassung zum Download. Entstanden ist das alles aus Erfahrungen, die ich mit der Bekämpfung dieser Parasiten seit 1993 gemacht habe. Damals gab's keine Anleitung, also schrieb ich alle Infos, die ich dazu bekommen konnte auf. Viel Erfolg!

Der Parasit

Trichogaster trichopterus "Cosby" mit Camallanus-Befall
Trichogaster trichopterus Cosby mit Cammallanus-Befall

Bei den für Massenbefall in Aquarien verantwortlichen Fräskopfwurm wird es sich in aller Regel um Camallanus cotti handeln, der ca. 1967 aus Asien eingeschleppt und 1975 genauer untersucht wurde (Stumpp).

Frei im Wasser schwimmende oder am Boden liegende Larven werden vom Fisch aufgenommen. Sie siedeln sich zunächst in den vorderen Bereichen des Verdauungstraktes an, wo sie sich von Darmschleimhaut ernähren. Werden sie älter, wandern sie darmabwärts und entwickeln am vorderen Ende zwei harte Schalen, die sog. "Kopfkapsel", mit der sich das erwachsene Tier an wechselnden Stellen des Darmes festklammert, Blut saugt und dabei nachhaltig die Darmschleimhaut verletzt. Männliche Camallanus werden ca. 5 mm lang, Weibliche bis zu 15 mm. Diese sind es, die schließlich nach außen sichtbar aus dem After hängen. Sie gebären in diesem Stadium täglich 50-100 lebende Jungtiere. Eindeutige Hinweise auf eierlegende Camallanus konnte ich bisher nicht finden.

Der typische Übertragungsweg sind bereits erkrankte Fische. Über Lebend- und vermutlich sogar Frostfutter (es sei denn, es wurde unter -30°C gekühlt) ist ebenfalls möglich.

Wenn bei ruhig stehenden Fischen rote Fäden aus dem After hängen, ist die Diagnose eindeutig. Camallanus ist der einzige Parasit, der sich so zeigt. Die Fäden sind die Enden der mit Fischblut gefüllten Würmer. Sie bewegen sich selbstständig und ziehen sich z.B. zurück, wenn der Wirt sich bewegt. Bitte keinesfalls beim lebenden Fisch daran ziehen oder herauszupräparieren versuchen, das würde den Darm des Tieres schwer verletzen. Bilder des Parasiten und befallener Tiere gibt es außer auf diesen Seiten u.a. noch im drta-Archiv[18].

Abmagern, ein geschwollener After, weißer Kot, Farblosigkeit und apathisches oder schreckhaftes Verhalten sowie häufiges Zurückziehen oder Absetzen vom Schwarm oder der Gruppe sind weitere Symptome eines Befalls mit Fräskopfwürmern. Sie treten lange nach der Erstinfektion und meist auch lange nach der erstmaligen Sichtbarkeit von 'roten Fäden' auf.

Wirkungsbereich Levamisol-haltiger Präparate

Verschiedene Nematoden (Fadenwürmer), wie Capillaria (Haarwürmer), Camallanoidea (Fräskopfwürmer), außerdem bei Acanthocephala (Kratzern); bei Cestoidea (Bandwürmern) wirkungslos [13]. Welse können problematisch sein[20].

Levamisol (enthalten ua. in Concurat®-L 10%) wirkt lähmend auf die Muskulatur der Parasiten durch Blockade eines Enzyms und unterstützt gleichzeitig das Immunsystem der behandelten Fische.

Bezug

Das Mittel der Wahl ist Levamisol 10% zum Einnehmen, das von der Firma WDT[19] als Tierarzneimittel vertrieben wird. Es enthält im Gegensatz zu Concurat®-L 10% keine Glukose, der Wirkstoff ist identisch.

Tierärzte haben das früher übliche Concurat®-L 10% meist nicht mehr vorrätig, weil es zur Wurmbekämpfung bei Nutztieren in der Landwirtschaft nicht mehr eingesetzt werden darf. Apotheken verlangen ein tierärztliches Rezept und geben oft nur große Mengen ab (ab 1 kg). In manchen Gebieten ist es einfacher, das Medikament Ripercol pour-on 20% zu kaufen. Nachteil sind die Packungsgröße (500 g) und hoher Preis, Vorteil die gegenüber Concurat®-L 10% einfachere Dosierung, weil es flüssig ist und keine Glukose als Hilfsstoff enthält. Die wirksamen Bestandteile beider Medikamente sind identisch, die Dosierung leicht abweichend. Daneben gibt es noch Citarin (mit Konservierungstoffen) oder die Möglichkeit, den reinen Wirkstoff zu erwerben.

Concurat®-L 10% und alle anderen Levamisol-haltigen Medikamente werden in Österreich nicht mehr vertrieben [10], Citarin nicht in der Schweiz und in Deutschland.

Tierärzte und Apotheker gehen oft automatisch davon aus, daß Nutztiere behandelt werden sollen und sagen dann, daß es die Mittel nicht mehr gibt (weil dafür nicht mehr zugelassen). Bitte gebt Euch mit dieser Auskunft nicht zufrieden und erklärt dann, daß ihr wirklich Fische im Aquarium behandeln wollt und daß Ihr Eure Mitbewohner nicht zu dünsten pflegt. Eine Liste mit alternativen Präparaten ist angefügt. Bitte verwendet nur solche, in denen Levamisol enthalten ist.

Voraussetzungen und Unverträglichkeiten

Befallener Trichogaster trichopterus "Cosby", 12, 5 cm groß. Der sichtbare Kotstrang ist nicht weiß, so daß das Tier noch nicht sehr stark geschädigt ist.

Concurat®-L 10% ist glukosehaltig und verursacht gelegentlich eine Verschlechterung der Wasserqualität durch Bakterientrübung. Daher sind Filterreinigung und ein großer Wasserwechsel vor sowie gute Belüftung (mit einem Ausstömerstein, am besten in der Nähe der Filteransaugöffnung plazieren) während der Behandlung wichtig, CO2 ausstellen. Am Tag der Medikamentengabe und am Tag davor nicht füttern.

Levamisol 10% enthält keine Hilfsstoffe, die eine Baktierienblüte verursachen oder aus anderen Gründen den Fischen nicht gut bekommen. Es ist auch als reiner Wirkstoll hochgiftig und belastet das ökologische Gleichgewicht eines eingefahrenen Aquariums, deshalb gelten dafür dieselben Vorsichtsmaßnahmen wie für Concurat®-L 10% (also Wasserwechsel, Reinigung von Filter und Bodengrund, Hungertag, belüften, CO2 aus).

Levamisol-Präparate sind, trotz der hohen Dosis, allgemein für alle Fischarten gut verträglich, die Tiere dürfen jedoch keine offenen Verletzungen oder Hautschäden haben ("sonst könnten sie explodieren"[12]). Wechselwirkungen können bei metallhaltigem Wasser (insbesondere bei kupferhaltigem [11]) bzw. mit metallhaltigen Präparaten auftreten, mit anderen Medikamenten sind sie nicht bekannt. Auf der Heilmittelseite sind viele frei erhältliche Produkte mit ihren Bestandteilen gelistet und können auf Kupferbestandteile oder ähnliches geprüft werden.

Sollten zuvor andere Heilmittel oder Substanzen verwendet worden sein, insbesondere solche, die den Fischorganismus stark belasten oder die Filterbakterien beeinträchtigen, dann sollte die Behandlung mit Levamisol-Präparaten um zwei Wochen oder mehr verschoben werden. Fische und Bakterienflora sollten sich erst von der Gabe erholen können und die Substanz vollkommen verschwunden sein. Nitotin verstärkt die Giftigkeit von Levamisol[17], deshalb während sich Levamisolpräparate im Wasser befinden und belüftet wird keinesfalls rauchen.

Befallener Trichogaster trichopterus "Cosby", 12, 5 cm groß. Der sichtbare Kotstrang ist nicht weiß, so daß das Tier noch nicht sehr stark geschädigt ist.
Trichogaster trichopterus mit Camallanus

Das Aquarium sollte abgedeckt werden, damit Deserteure keine Chancen haben. Verschiedene Garnelen, Krebse, Turmdeckelschnecken und Apfelschnecken überleben eine Concurat®-Behandlung mit der vorgeschlagenen Dosis [14], Decapoden reagieren hin und wieder etwas apathisch oder schreckhaft. Bei Grundeln reagieren gelegentlich mit Unbehagen, über vereinzelte Todesfällen wird berichtet. Außderdem soll besonders bei Lebendgebärenden die Fertilität zeitweise stark beinträchtigt werden. Die Berichte dazu widersprechen sich.

Jede Manipulation im Aquarium ist eine starke Belastung für die Fische, insbesondere für ohnehin krankheitsbedingt geschwächte, das Medikament ist eine weitere. Besonders belastet werden die Kiemen, die ein Multifunktionsorgan sind: Sie dienen der Sauerstofffilterung; sie haben eine nierenähnliche Funktion und scheiden Stoffwechselprodukte aus; und sie müssen den Körper des Fisches mittels Osmose an evtl. veränderte Wasserwerte anpassen. Jede Maßnahme, die die Fischkiemen schont ist wichtig. Deshalb: Beim Wasserwechsel ist auf langsamen Einlauf zu achten, bei sonst seltenen Wasserwechseln besser mehrere, kleinere vorher. Der Hungertag an Tag vor der Behandlung dient nicht nut der Wasserhygiene, er entlastet auch die Kiemen, da sie nun keine Stoffwechselprodukte ausscheiden müssen. Wenn Decapoden im Aquarium leben, könnten sie durch Wasserwechsel mit kaltem Wasser zur Häutung angeregt werden. Auch das sollte vermieden werden.

Je größer ein Aquarium, desto stabiler ist das Ökosystem - und desto besser vertragen Fische eine Krankheitsbehandlung. Eine Therapie in einem Quarantäneaquarium (Desinfektion des Haltungsaquariums ist sowieso unumgänglich) lehne ich ab. Ein hygienisch eingerichtetes Aquarium streßt die Fische ganz besonders, und das Umsetzen auch. Das Planschen mit verschiedenen Aquarien erhöht zudem die Fehlerquellen.

Pflanzen leiden. Wie sehr, hängt vom Aquarium ab. Das hängt mit der verminderten CO2-Zufuhr zusammen, denn es soll ja belüftet werden und eine CO2-Anlage abgestellt. Verluste sind bei der vergleichsweise kurzen Behandlungszeit nicht zu erwarten.

Bei exakter Dosierung und sorgfältiger Vorbereitung der Behandlung sind weder bei mir, noch bei mir bekannten Haltern Probleme in Form von gestorbenen Fischen oder Algenblüten aufgetreten (das gilt für Fische, deren einziges Problem Fräskopfwürmer und die nicht auf andere Weise geschwächt sind).

Bei der Behandlung von Camallanus kommt es nicht auf wenige Tage an - nutzt das bitte für eine optimale Vorbereitung!

Therapie

Vorderende eines erwachsenen Camallanus (vermutlich C. cotti) mit gut erkennbarer Kopfkapsel, aus dem Darm eines an den Parasiten eingegangenen Tieres. Bei den farblosen Strukturen am oberen Bildrand könnte es sich um Larven handeln.
Kopfkapsel eines erwachsenen Camallanus

Die Behandlung kann im Haltungsbecken durchgeführt werden. Dazu löst man je Liter Aquarienwasser"[16] 50 mg Concurat®-L 10% oder 5-7 mg Levamisol in etwas Wasser auf und verteilt die Lösung; oder eine entsprechende Menge des flüssigen Mittels Ripercol pour-on 20% (siehe Abschnitt Medikamente) im Becken. Die Tiere sollten jetzt ständig beobachtet werden, besonders die ersten 2-3 Stunden sind kritisch. Bei sichtbarem Unbehagen sofort Teilwasserwechsel durchführen! Wirkt das Mittel, ist der Erfolg meist schon während der kritischen Zeit sichtbar.

Während der kompletten Behandlung belüften (Luftpumpe mit Ausströmerstein, in der Nähe der Filter-Ansaugöffnung plazieren) - auch danach, selbst nach dem Wasserwechsel bei Unbehagen und Atemnot der Fische. CO2-Anlage abstellen.

Nach 24 Stunden einen Tag lang ausfiltern oder durch Wasserwechsel entfernen. Ein bis mehrere, langsame und umfangreiche Wasserwechsel sind auf jeden Fall einer Aktivkohlefilterung vorzuziehen, letztere belastet die Fische durch Ausfiltern von 'guten' Bakterien zusätzlich. Besser nur verwenden, wenn eine Wassertrübung eingetreten ist.

Zur Sicherheit diese Behandlung nach einer Woche wiederholen. Ist nach 8-10 Tage nach der zweiten Behandlung kein Befall mehr sichtbar, war die Bekämpfung erfolgreich.

Vereinzelt wurde über einen Neubefall innerhalb weniger Wochen oder nach umfangreicheren Gärtnerarbeiten im Aquarium berichtet. Es könnte also sein, daß Parasiten oder Stadien davon im Boden überleben. Vermutlich lag das an dichter Bepflanzung und mangelnder Durchmischung des Aquarienwassers, nicht an der Wirksamkeit des Medikamentes. Um jede Gefahr für andere Fische auszuschließen, sollten für mindesten 3 Monate keine Tiere und Pflanzen aus einem behandelten Aquarium abgegeben werden und auch keine neuen hinzukommen.

Fütterung

Sparsam und ballaststoffreich füttern, Lebendfutter ist sehr wichtig. Die Schalen und Panzer der Larven und Krebschen "putzen" den Darm der Fische, befreien ihn von den leicht entzündlichen, verletzten Teilen der Darmschleimhaut und die Tiere benötigen die darin enthaltenen Vitamine. Frostfutter ist nicht so günstig, weil beim Auftauen die ungesättigten Fettsäuren ranzig werden können.

Hinweise

Ein mit Camallanus befallener Apistogramma: Die Afterregion ist charakteristisch verdickt, es hängen 3 Würmer heraus. Die Infektion dieses Tieres liegt ca. 2 Monate zurück. Solche Körperdeformationen sind oft bleibend, selbst wenn die Verursacher erfolgreich bekämpft wurden.
Ein mit Camallanus befallener Apistogramma

Es kann sein, daß noch am Tag nach der Behandlung Reste der Parasiten sichtbar sind. Das kann aussehen, als hätte die Behandlung nicht gewirkt. Normalerweise hat sie das aber - es sei denn, die aus dem After heraushängenden "Fäden" bewegen sich noch. Sieht es nach 4-5 Tagen immer noch so aus, kann sofort nachbehandelt werden, keinesfalls früher, besser erst nach 8-10 Tagen wie beschrieben! Die Dosis ist sehr hoch berechnet und daher eine starke Belastung für die Fische. Weißer, fädiger Kot nach erfolgreicher Behandlung ist normal, denn der Fisch scheidet Reste seiner durch die Nematoden beschädigten Darmschleimhaut aus.

Sehr vereinzelt kommt es inzwischen vor, daß die Behandlung nicht sofort wirkt. Dann sollte mensch zuerst nach einem verrutschten Komma bei der Berechnung der Dosis suchen. Resistenzen sind selten die Ursache - die gibt es gegen Levamisol auch bei Camallanus, aber sie verschwinden in den folgenden Generationen wieder und sind innerhalb von längstens 1/2 Jahr nicht mehr nachweisbar. Resistenzen bei Medikamenten entwickeln sich vor allem dann, wenn unsachgemäß behandelt wurde (zu geringe Dosis, zu kurz ..., eben zu vorsichtig). Bedeutet, daß im seltenen Fall einer Resistenz die Fische ca. 5 Monate oder mehr besonders aufmerksam gepflegt werden müssen (siehe Anmerkungen zum Futter), bevor noch ein Behandlungszyklus gestartet werden kann. In dieser Zeit darf nichts aus dem Aquarium abgegeben werden und sollten keine neuen Tiere dazu kommen. Von der Ausgangsverfassung und der ballaststoffreichen Fütterung hängt ab, ob die Fische dann noch leben und nur reversible Schäden erlitten haben. Möglich ist es.

Manchmal wird berichtet, daß mit Knoblauchöl getränktes Futter oder knoblauchhaltige Heilmittel für Fische geholfen hätten. Ich halte es für eine Art von russischem Roulette, so Fräskopfwürmer bekämpfen zu wollen, zumal ich in vielen Fällen anzweifle, daß es explizit im Fräskopfwürmer (und nicht irgendwelche anderen Würmer) geht. Als Hilfe für die Fische, wenn z.B. eine Behandlung hinausgezögert werden muß ist es evt. einen Versuch wert. Bitte vorsichtig und nach Anleitung dosieren, auch Pflanzenextrakte haben Nebenwirkungen.

Normalerweise ist die Ursache einer nicht funktionierenden Levamisol-Behandlung ein weiteres Problem bei den Fischen - Bakterien, Protozoen, etwas in dieser Art. Anzeichen sind erste Todesfälle im Aquarium, bevor der Fräskopfwurm-Befall bemerkt wird. Eine sorgfältige Diagnostik ist jetzt unerläßlich. Am besten dafür geeignet ist eine Darmspülung bei einem gerade noch lebenden Tier, oder notfalls die Untersuchung eines frischtoten.

Die verschiedene Fräskopfwurm-Arten benötigen normalerweise einen Zwischenwirt. Bei den sehr selten mit Lebendfutter aus Fischteichen und Nutzfischzucht eingeschleppten europäischen Arten können das diverse Kleinkrebse, Asseln und Insektenlarven sein, bei Camallanus lacustris sind es Copepoda (Ruderfußkrebse = Hüpferlinge). Ungleich häufiger in Aquarien anzutreffen ist Camallanus cotti, erstmals in Fischen in Japan gefunden (Fujita 1927). Diese sind, wie bei Camallanus üblich, lebendgebärend und benötigen im Gegensatz zu anderen Camallanus-Arten mehrere Generationen lang keinen Zwischenwirt. Bei Levamisol-Präparaten ist oft nur ein Behandlungszyklus mit den sehr belastenden Medikamenten erforderlich, denn die Larven sterben mit ab. Einigen Entwicklungszyklen könnte das Enzym fehlen, das durch Levamisol blockiert wird, aber das sind offensichtlich die, die noch vor der Geburt durchlaufen werden. Aquarien, in denen Fräskopfwürmer vorkamen, sollten trotzdem mehrere Wochen unter Beobachtung und Quarantäne bleiben, um die Behandlung ggf. wiederholen zu können. Ich habe in einem dicht bepflanzen Aquarium behandelt, beim ersten Mal bestand die Infektion seit fast einem Jahr und es waren sicher alle möglichen Stadien vorhanden, trotzdem hat eine Medikamentengabe genügt.

Warnung: Camallanus-Arten werden oft mit anderen Nematoda (das ist ein Stamm!) gleichgestellt, die häufig im Darm bestimmter Zierfischarten gefunden werden (Diskus, Tropheus, Guppies). Solche Nematoden sind sehr viel länger in der Aquaristik bekannt und vergleichsweise harmlos, wie z.B. Oxyuridae (Madenwürmer) aus der Ordnung der Ascaridida (Spulwürmer). Sie kommen nur bei minderwertiger Füterung zur Massenvermehrung und schaden dann ihrem Wirt, ansonsten gehören sie beinahe zur Darmflora und müssen selten behandelt werden - dann hilft oft schon Knoblauch im Futter. Camallanus sind unabhängig von der Futterqualität. Durch ihre Lebensweise als "Fisch-Vampir" schwächen sie den Wirt ungleich stärker und sind, wenn sie keinen Zwischenwirt brauchen, unbehandelt immer tödlich!
In Nordamerka gibt es die Art Camallanus oxycephalus, die dort Nutzfische befällt und deren Name sehr an Oxyuridae erinnert (relativ ungefährliche Madenwürmer, auch Nematoden), vielleicht gibt es deshalb eine Verwechslung.

Alternativen

Alternativmethode 1:

Herr Untergasser empfahl in einem Vortrag über Fischkrankheiten auf der Zoo-Zajac-Messe '97 in Duisburg die Verwendung von getrockneten Futtertieren. Dazu wird eine Lösung von Wasser und Wirkstoff (nicht Concurat®-L 10%!!!) 10:1, d.h. 10 ml Wasser und 1 g Wirkstoff angerührt und den Patienten entsprechende getrocknete Futtertiere damit getränkt und dann verfüttert. Sehr ähnlich ist der Rat, weiße Mückenlaren mit Concurat-Pulver zu bestäuben und dann zu verfüttern.

Diese Methode eigent sich für Quarantäneaquarien und für noch nicht so stark geschwächte Fische. Bei starker Schädigung fressen sie nicht mehr. Aber Vorsicht: Es gelangen geringe Dosen des Mittels ins Wasser, was Resistenzen fördert - besonders bei der Bestäubungs-Methode. Die notwendige Dosis ist nicht garantiert!

Dieter Untergasser hat zwei weitere Therapievorschläge über das Futter veröffentlicht[2]: Lebende rote Mückenlarven sollen in einer Lösung von 1 Liter Wasser und 2g Concurat®-L 10% so lange gebadet werden, bis die ersten sterben und die lebenden verfüttert werden. Als weitere Möglichkeit schlägt er vor, Medizinalfutter zubereiten. Die Grundlage besteht aus 2/3 Rinderherz, 1/3 Spinat, etwas roter Lebensmittelfarbe und Agar-Agar zur Bindung. Es kann auf Vorrat zubetreitet und eingefroren werden. Bei Bedarf die benötigte Menge auftauen und das Medikament beigeben; hier: 1g Concurat®-L 10% auf 100 g Futter bei 50°C einrühren, bei gräßigen Fischen Concurat®-L 10%-Menge etwa halbieren. Einmal täglich 5 Tage lang verfüttern.

Alternativmethode 2:

4mg bis 8mg Concurat®/1l Wasser für 1 Woche bei starker Belüftung. Algenblüte und starke Veränderung der Wasserwerte sind nicht zu vermeiden. Ist bewährt, wenn Wirbellose und andere empfindliche Bewohner mit im zu behandelnden Aquarium leben, ansonsten ist die 24h-Methode schonender und vermeidet das Risiko, Resistenzen zu züchten.

Alternativmethode 3:

Sollte der Wirkstoff Levamisol oder die gleichfalls empfohlenen Mittel Flubendazol (Flubenol® 5%, Flumoxal®), Metronidazol (Arillin®, Flagyl®, Clont®, ...), und Niclosamid (Yomesan®, Mansonil®, Devermin®, Zestocarp®) nicht wirken, wird auch das Insektizid Trichlorphon empfohlen. Handelsnamen sind Masoten® [80%], Neguvon® [100%] und Metrifonat® (Achtung: Wirkstoffgehalt der verschiedenen Marken unterschiedlich!). Anwendung: 3 Tage Masoten®lösung 0,25mg/l, danach vollständiger Wasserwechsel mit abgestandenem Wasser, insgesammt 4 Mal wiederholen [3]. Die Verträglichkeit hängt von der Größe der zu behandelnden Fische (je kleiner, desto geringer die letale Dosis), von der Art, von der Temperatur und vom pH-Wert ab. Bei 30mg/l sterben viele Fische, u.a. Blaue Antennenwelse, Salmler vertragen dieses Dosis meist, Kilifische eher nicht, Turmdeckelschnecken sterben. Viele Parasiten haben bereits Resistenzen entwickelt - nicht zuletzt wegen des unreflektierten Einsatzes dieses früher wirksamen Präparates.
Frisch angesetzte Stammlösung sofort verbrauchen, nicht benötigte Lösung mit Natronlauge neutralisieren und vernichten. Reste aus dem Aquarienwasser mit Aktivohle entfernen. Lagerung unbedingt sehr trocken, am besten mit Hilfe von Blaugel. Wird dieser Wirkstoff unsachgemäß gelagert, was die Regel sein dürfte, und dringt Feuchtigkeit in den Behälter ein, zersetzt er sich zu einem noch giftigeren, aber auf Parasiten wirkungsloseren Stoff (siehe DRAK/Glossar/Masoten). Die genannte Dosis ist 2,5 mal höher als die von Untergasser 12 Jahre zuvor für ein Dauerbad empfohlene [2].
Diese Methode ist unbedingt abzulehnen! [6]
Das Mittel ist sehr giftig und bringt nur verschiedene Parasiten kurz vor den Fischen um. Eigentlich sollte es deswegen gar nicht mehr eingesetzt werden, bei vernünftiger Diagnose ist das auch nicht nötig. Die Empfehlung zeugt meist von mangelnder Sachkenntnis, was der immer fehlende Gefahrenhinweis in kursierenden Anleitungen beweist.

Alternativmethode 4:

AMLACHER [4] erwähnt eine von RANKIN entwickelte Methode gegen Darmnematoden allgemein: Mit PCMX (Parachlorometaxylenol) getränktes Trockenfutter. Sie dürfte veraltet sein.

Alternativmethode 5:

Gegen Fräskopfwürmer, Flagellaten und andere Würmer soll eine Wurmkur mit dem Mittel Ovitelmin helfen (0,14 ml = 7 Tropfen je 100 l Wasser). In dieser Dosis wird es sogar zum dauernden Verbleib und ständigen Nachdosierung im Aquarium empfohlen, als Vorsichtsmaßnahme. Es baut sich nicht selbst ab und muß durch Wasserwechsel entfernt werden. Geht gelegentlich für Fische tödlich aus.
Diese Methode ist unbedingt abzulehnen! [6]
Das Mittel enthält den Wirkstoff Mebendazol als Emulsion, mit dessen Verwandten Fenbendazol und Flubendazol ich bereits Erfahrungen sammeln konnte (siehe Einleitung). Es ist genau so schlecht löslich, auch als Emulsion wie in Ovitelmin, und bleibt auf dem Bodengrund liegen. Deswegen kann es auch nicht vollständig ausgefiltert werden. Das hohe Risiko rechtfertigt keinen Behandlungsversuch, der Dauereinsatz bringt keinerlei Nutzen – außer für die Parasiten. Denn die haben Zeit, dagegen resistent zu werden.
Flubendazol ist ein gründlicher Schnecken-, Hydra- und Planarienkiller mit Langzeitwirkung.

Befallener Oryzias woworae, das Tier ist bereits sehr abgemagert, der Bauch verformt. Dennoch sind die typischen Fäden in der Afterregion nur zu ahnen, aber nicht wirklich zu sehen.

Alternativmethode 6:

Nematol - das ist ein Anfang 2007 von der Firma Sera herausgebrachtes und frei verkäufliches Mittel. Für Aquarianer ohne Wirbellose und ohne Tierarzt vielleicht eine Alternative, weil es die Fräskopfwürmer wirksam zu bekänpfen scheint. Nach meinen Erfahrungen ist es weniger verträglich für Fische als Levamisol-Präparate. Die Fische zeigen unmittelbar nach Beginn der Behandlung (genau nach Beilage) ein verändertes Verhalten: Farbveränderungen, Zurückzien, hektisches Umherschwimmen, beschleunigte Atmung, sie zogen sich zurück (womit die Kontrolle sehr schwierig wurde). Die Veränderungen treten sofort auf und verschlimmern sich zunächst nicht. Verschiedene Harnischwelse tauchten nur kurz zur Fütterungszeit auf, zeigten Schreckfärbung und waren bald wieder verschwunden, Reisfische schwammen nur noch in unteres Drittel des Aquariums in einer ungewäöhnlich dichten Gruppe, Grundeln wirkten relativ unbeeindruckt, Fadefische legten sich nach etwa 10 Stunden auf die Seite und starben einige Stunden darauf, trotz Wasserwechsel und sofortigem Abbruch der Behandlung.
Ich kann Nematol nicht empfehlen, Levamisol ist wesentlich verträglicher. Und bitte auch nicht, wie im Beipackzettel vorgeschlagen vorbeugend benutzen. Medikamente sind erst im Ernstfall das Mittel der Wahl, und dieses ist viel zu riskant.

Die Präparate - Inhaltsstoffe lt. Hersteller

Levamisol 10

Hersteller, Vertrieb: CPPharma, medistar-Arzneimittel-Vertrieb GmbH, WDT[19] )
Wirkstoff: Levamisol - 10%iges Pulver zum Einnehmen, auch als Injektionslösung und zum Einreiben erhältlich. Weitere Inhaltsstoffe (Hilfsstoffe) unbekannt.
Anmerkung: Enthält im Gegensatz zu Concurat® L10% keine Glukose und bringt die Biologie im nicht durcheinander. Wenn möglich, sollte unbedigt dieses Mittel eingesetzt werden. Anwendung und Dosierung wie Concurat® L10%.

Concurat® L10%:

Hersteller: Bayer AG, Leverkusen
Zusammensetzung: 100 g Pulver enthalten 11.79 g Levamisolhydrochlorid (entsprechend 10 g Levamisol).
Hilfsstoffe: Glukose-Monohydrat
Eigenschaften und Wirksamkeit: Breitband - Anthelminthikum für Rinder, Schweise, Schafe, Ziegen, Geflügel.
Art der Anwendung: In abgemessener Menge trocken oder nach Auflösung in Wasser dem Futter bzw. Trinkwasser zusetzen oder direkt eingeben (nur bei den genannten Tieren).
Packunggsgröße: 7,5 g

Belamisol 10

Hersteller: Bela-Pharm
Wirkstoff: Levamisol 10%ige Injektionslösung

Nematovet 10

Hersteller, Vertrieb: ani-Medica GmbH, Klat-Chemie-Vertrieb GmbH
Wirkstoff: Levamisol 10%ige Injektionslösung

Ripercol pour-on® 20%

Hersteller: Grampian Pharmaceuticals Ltd., Leyland, England
Zusammensetzung: 1 ml enthält 200 mg Levamisol, 805 mg Butyldioxitol
Eigenschaften und Wirksamkeit: Anthelminthikum - Ripercol pour-on 20 % ist ein hochwirksames Breitband-Wurmmittel zur Behandlung von Lungen- und Magen-Darmwürmern von Rindern.
Art der Anwendung: äußerlich - aber nur bei Rindern (IMMER Handschuhe beim Hantieren damit tragen!)
Packunggsgröße: 500 ml
Anmerkung von Dr. Andreas Kremser (http://www.drak.de): "Behandlung siehe Concurat®, aber man braucht nur 84,86 % der dort benötigten Menge, da das Levamisol frei und nicht als Hydrochlorid vorliegt!
Interessant ist zum einen die hohe Konzentration von 200 mg / ml Levamisol, die durch die Verwendung eines organischen Lösungsmittels für das freie Levamisol erreicht wird. Zum anderen ist es die ursprünglich gedachte Anwendung des Präparates als Hauteinreibemittel. Durch das organische Lösungsmittel vermittelt, ist das freie Levamisol hautgängig und wird quantitativ aufgenommen.
Bei der Behandlung in einem großen Weichwasserbecken ist mir aufgefallen, daß der pH-Wert während der 2-tägigen Behandlung stetig am absinken war. Das kann ich mir nur so erklären, daß der als Lösungsmittel verwendete Alkohol nicht vollständig biologisch abgebaut wird, sondern zuerst zur Carbonsäure oxidiert wird. Es ist daher ratsam, Maßnahmen zur Stabilisierung des pH-Wertes vorzusehen."

Citarin-L Spot-on®

(seit Oktober 2006 nicht mehr im Handel)Hersteller: Bayer AG, Leverkusen (D)
Zusammensetzung: 1 ml enthält 100 mg Levamisolum, E 304 (Adscorbylpalmitat), E 321 (Butylhydroxytoluol, BHT)
Eigenschaften und Wirksamkeit: Breitspektrum-Antihelminthikum für Rinder zur Aufgussbehandlung (Spot-on).
Art der Anwendung: äußerlich - aber nur bei Rindern (IMMER Handschuhe beim Hantieren damit tragen!)
Anmerkung: Erklärung der E-Nummern u.a. beim Magazin Focus. Erfahrungen mit den Zusatzstoffen bei Fischen liegen nicht vor, sind aber wohl wegen der geringen Menge gegenüber dem Wirkstoff bei einer kurzen Behandlung im Aquarium unproblematisch. Die Zusatzstoffe können beim Menschen Allergieen auslösen.

Citarin-L® 10%

(seit Oktober 2006 nicht mehr im Handel)Hersteller: Bayer AG, Leverkusen (D)
Zusammensetzung: 1 ml enthält 100 mg Levamisolum (ut Levamisoli hydrochloridum), Konservierungsstoffe E 216 (Propyl-4-hydroxybenzoat), E 218 (Methyl-4-hydroxybenzoat), E 223 (Natriumdisulfit)
Eigenschaften und Wirksamkeit: Breitspektrum-Antihelminthikum für Wiederkäuer und Schweine zur Injektion
Art der Anwendung: Die Anwendung kann subkutan oder intramuskulär geschehen.
Anmerkung: Erklärung der E-Nummern u.a. beim Magazin Focus. Erfahrungen mit den Zusatzstoffen bei Fischen liegen nicht vor, sind aber wohl wegen der geringen Menge gegenüber dem Wirkstoff bei einer kurzen Behandlung im Aquarium unproblematisch. Die Zusatzstoffe können beim Menschen Allergieen auslösen.

Quadrosol® 10%

Hersteller: Prodivet pharmaceuticals sa/nv, B-4731 Eynatten
Zusammensetzung: Levamisolhydrochlorid 118 mg (entspr. 100 mg de Levamisol Base) Injektionslösung, Levamisol 118 mg/ml

Nematol

Hersteller: Alpha-Biocare GmbH
Vertrieb: Sera GmbH (Packungsbeilage als PDF)
Zusammensetzung: 3,20 mg Emamectinbenzoat pro ml
Wirksamkeit: Fräskopfwürmer, Haarwürmer und andere Nematoden
Anwendung: Bad im Haltungsaquarium
Anmerkung: Schön, daß ein Hersteller von Zierfischutensilien sich der Nematoden im Zierfischaquarium annimmt. Weniger schön ist, daß dieses Mittel von Wirbellosen nicht vertragen wird. Es wirkt breitbandiger, d.h es belastet oder tötet mehr Aquarienbewohner als nötig. Der Wirkstoff Emamectin wird in der komerziellen Lachszucht gegen Lachsläuse eingesetzt und ist hochgiftig.

Baycox (Wirkstoff Toltrazuril)

Hersteller: Bayer AG, Leverkusen (D)
Soll ebenfalls und auf änhlicher Basis wie Levamisol gegen Nematoden wirken (siehe Thread im Aquarienforum, bin sehr interessiert an weiteren Informationen), aber verträglicher für Schuppenlose sein. Leider gibt es dazu bisher keinerlei Belege, und nach Auskunft der "Tierärztlichen Hochschule Hannover" ist es Unsinn, Camallanus so behandeln zu wollen. Der einzige Hinweis auf eine Behandlung von Fischen mit Baycox, den ich finden konnte steht auf dieser Site. Damals ging es um Mikrosporidien.

Wie das alles anfing

Selbst oberflächenorientierte Fische, wie dieser Querbandhechtling (Epiplatys dageti) können Fräskopfwürmer bekommen.

Im Dezember '93, sechs Wochen nach dem Kauf meines ersten Aquariums (mit 200 l Inhalt) erwarb ich einen Schwarm "Schwarzer Neons". Leider waren die Tiere mit Camallanus, dem Fräskopfwurm infiziert. Es dauerte insgesamt ein Jahr, bis die Fische die Nematoden wieder los waren. Der erste Tierarzt den ich aufsuchte verwechselte das Medikament Flubendazol, das er mir eigentlich geben wollte mit Fenbendazol. Dadurch gab's die ersten Opfer im Aquarium. Der nächste Tierarzt war ein hervorragender Diagnostiker, der mir auch das Präparat, das er vom mitgebrachten Tier angefertigt hatte ausführlich erklärte. Aber auch er konnte mir nur die Standardtherapien anbieten, die Flubenol, in härteren Fällen auch unter Zugabe von organischen Lösungsmitteln (hier: DMSO) verwenden. Inzwischen weiß ich, daß Flubenol bei den meisten Fischen wirkungslos ist, weil es ausfällt und so nur Bodenbewohner erreicht. Außerdem ist Camallanus in den letzten Jahren gegen Flubenol resistent geworden.

Durch Zufall erfuhr ich von der TIERÄRZTLICHEN HOCHSCHULE HANNOVER[1]. Dort wurde ich ausführlich beraten, dieser Behandlungsvorschlag ist aus dem "Interview" mit Herrn Steinhagen und meinen Beobachtungen entstanden.

Quellen und Anmerkungen

Zwei aus einem toten Fisch herauspräparierte Camallanus. Beim unteren Tier (sicher ein Weibchen, auch wenn im Körper bei dieser Auflösung keine Larven zu erkennen sind) ist der mit Fischblut gefüllte Verdaugunstrakt gut zu sehen.
2 Camallanus

[1] TIERÄRZTLICHE HOCHSCHULE HANNOVER, FACHGEBIET FISCHKRANKHEITEN, ZENTRUM FÜR INFEKTIONSMEDIZIN - Diagnostik
[2] Dieter Untergasser, Krankheiten der Aquarienfische, Franckh'sche Verlagshandlung Stuttgart 1989
[3] Horst Abel: "Fräskopfwürmer - üble Fischparasiten"; aus: Aquaristik aktuell Nr. 3-4/2001 (hervorragende Fotos!). Bitte vor Anwendung vom Masoten etc. unbedingt den kompletten Artikel oder andere Behandlungsvorschläge genau lesen.
[4] Erwin Amlacher, Taschenbuch der Fischkrankheiten; 6. Auflage Jena 1992
[5] Roland Bauer, Erkrankungen der Aquarienfische; Verlag Paul Parey 1991
[6] Resistenzen und andere Probleme ..., Dr. Petra Kölle, Rudolf Hoffmann; DATZ Ausgabe 1996/10, Seite 662 - Grundwissen zum Thema "Verschreibungspflichtige Medikamente"
[7] Englischsprachige Quelle http://www.loaches.com/faq_parasites.shtml (offline) - Loaches - "Wasting Away" - Internal Parasites - dort wird behauptet, daß Levamisol bei bestimmten pH-Werten unwirksam wird. Da ist wohl ein Mißverständnis passiert: Die basische Substanz Levamisol wird in der Regel (Ausnahme Ripercol) als Salz der Salzsäure geliefert. Im basischen wird die Base wieder frei (muß nicht genau bei pH 7 passieren), das mindert aber ihre Wirkung nicht.
[8] Englischsprachige Quelle http://www.biosci.ohio-state.edu/~parasite/camallanus.html - Camallanus sp. - 3 sehr informative Fotos von Camallanus oxycephalus mit kurzen Erklärungen (offline)
[9] Englischsprachige Quelle Nematode Infestations Sammlung von Nachrichten zum Thema bei The Krib
[10] In Österreich gibt es nur die Möglichkeit, Levamisol von der Firma Sigma-Aldrich GmbH zu beziehen. 5 Gramm kosten ca. öS 395, Lieferzeit 24 h. Als Privatperson hat man bei der Bestellung Probleme, möglicherweise kann eine Apotheke aushelfen. Die Bestellnummer ist L9756-5G, aber Vorsicht: Im Katalog steht, dass es zwar mindestens 99% rein ist, aber nicht für den veterinären Gebrauch bestimmt (sondern wohl für die Forschung). - Dank an Dr. Georg Männer für die Informationen.
[11] Warum Kupfer die Behandlung negativ beeinflußt, weiß ich nicht genau. Vorstellbar wären eine Komplexbildung der Levamisolmoleküle mit Kupferionen, eine katalytische Zersetzung von Levamisol durch das Kupfersalz oder Folgen der eiweißzerstörenden Wirkung des Kupfers. Eventuell ließe sich die Wirkung durch die Zugabe eines guten Wasseraufbereiters oder Mg-EDTA neutralisieren.
[12] So hat mir das ein freundlicher Mitarbeiter der Tierärztlichen Hochschule Hannover nach Notizen einer Kollegin geschildert. Was "explodieren" genau bedeutet, konnte mir bisher niemand erklären. Vermutung: Die durch den Traubenzucker im Concurat ausgelöste, sprunghafte Vermehrung von Bakterien verursacht eine Entzündung der Wunde, die das ganze Tier befallen kann -> "Bauchwassersucht".
[13] An diese Stelle stand früher noch "und bei Zierfischarten wie Corydoradinae (Panzerwelsen), Pimelodiae (Antennenwelsen) und bei Prachtsalmlern wirkungslos." Die Aussagen über die Fischarten habe ich von der Tierärztlichen Hochschule Hannover übernommen und kann das so nicht bestätigen. Das Mittel wirkte auch bei diesen Fischen. Also unbedingt behandeln und die genannten Arten in den Wochen und Monaten danach sicherheitshalber besonders sorgfältig beobachten! Sie haben sowieso keine Wahl.
[14] Sandra schreibt: "Da sie auf ihrer Seite anmerken, nicht zu wissen, ob Wirbellose das Mittel vertragen, kann ich persönlich sagen, dass ich auf 200L 7,5g Concurat genommen habe und mein blauer Floridahummer das überlebt hat. (Hat sich sogar in der Nacht gehäutet;) )" - Als ich diese Info aufnahm, hatte ich noch wenig Erfahrungsberichte.
[15] Dieser Therapievorschlag ist nur für Camallanus und keineswegs für andere "Würmer" geeignet!
[16] Genaue Berechnungen der Wassermenge, die im Aquarium ist habe ich mir immer gespart (Außenfilter), d.h. Inhalt der Glaskiste = Wassermenge - und nichts für Deko, niedriegeren Wasserstand; Bodengrund etc. abgezogen.
[17] Siehe bitte Levamisol - Interaktionen bei der UNIVERSITÄT ZÜRICH Institut für Veterinärphar-makologie und -toxikologie. Wechselwirkungen sind auf dieser Seite ausführlich beschrieben.
[18] Fräskopfwürmer im drta-Archiv.
[19] WDT Wirtschaftsgenossenschaft deutscher Tierärzte eG, Siemensstr. 14, 30827 Garbsen.
[20] Max Discus Dream - Diskuskrankeiten Hier spricht Frau Ernst davon, das bei Welsen Medikante nicht wirken. Ähnliches erzählte sie auch in einem Telefongespräch [13]. Bei mir hat es funktioniert - trotzdem bitte aufpassen und Welse ganz genau beobachten.


Ich habe selten gehört, gelesen oder gesehen, daß die Behandlung mit einem Levamisol-Präparat nach dieser Anleitung nicht sofort geholfen hätte; incl. der im Abschnitt Wirkungsbereich genannten Ausnahmen. Ich bitte dringend auch um evtl. vorliegende negative Erfahrungen!

DankeDank an alle Einsender von Kommentaren, Informationen und Behandlungsberichten! Ein besonderer Dank an amo für das Bild des befallenen Buntbarsches, an Dr. Georg Männer für die beiden Mikroskopaufnahmen und an Steffen Reichel für den ausfühlichen Erfahrungsbericht und die Foto-Veröffentlichungserlaubnis.

AbschreiberGegen Zitate in Foren habe ich nichts und freue mich, wenn meine Anleitung hilft. Aber häufig finden sich wörtlich kopierte Abschnitte ohne Quellenangabe auf Internetseiten, vor allem von Shops. Das passiert immer ohne meine Erlaubnis. Denn diese Seite kann einfach verlinkt werden, sie ganz oder teilweise zu spiegeln lehne ich ab. Spiegeln bedeutet, den Lesern meine Arbeit als eigene auszugeben und neue Erkenntnisse und Erfahrungen, die ich regelmäßig einarbeite nicht weiterzugeben.

AusrufungszeichenBitte - vor dem Stellen von Fragen den obrigen Text ganz genau lesen! Er ist sehr ausführlich, weil sonst täglich viel Zeit für das 'verarzten' von Fischen (bzw. deren Besitzern) draufgeht, die ich nicht eimal sehe. Ich verstehe ja, das mensch sich unsicher fühlt, wenn eine solche Therapie notwendig wird und sich darüber unterhalten möchte. Meine Hilfe ist kostenlos und bleibt es. Dafür bitte ich nur um Sorgfalt und gute Vorbereitung der Fragestellung.

Da ich nicht garantieren kann, daß das Medikament in anderen Aquarien unter anderen Bedingungen genau so gut wirkt und genau so problemlos ist wie bei mir, schließe ich jegliche Haftung und Gewährleistung aus.

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